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01.08.13

Erstmals in Deutschland: umfassendes Patientenblut-Management

Um dem OP-Blutmangel zu begegnen, führt das Universitätsklinikum Frankfurt mit drei weiteren Unikliniken ein umfassendes „Patient Blood Management“ ein. So wird die knappe Ressource Blut dorthin verteilt, wo sie tatsächlich benötigt wird. Zugleich steigt die Patientensicherheit.

Die Weltgesundheitsorganisation fordert seit 2011 die Einführung eines „Patient Blood Management“ (PBM). Aufgrund medizinischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Veränderungen wird Blut zu einer immer knapperen Ressource – und das weltweit. Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien, dass von Bluttransfusionen ein potenziell größeres Risiko ausgehen kann als früher angenommen. Um diese Probleme zu lösen, führt das Universitätsklinikum Frankfurt in Kooperation mit den Unikliniken in Bonn, Kiel und Münster jetzt das PBM ein. Frankfurt übernimmt dabei für Deutschland die Federführung in diesem Bereich der Versorgungsforschung. Im Zentrum steht der optimierte Einsatz von Fremdbluttransfusionen durch drei zentrale Maßnahmen: erstens, spezielle Vorbehandlung von Risikopatienten vor operativen Eingriffen, zweitens, standardisierte Prüfung, ob eine Bluttransfusion tatsächlich sinnvoll ist, sowie drittens, Minimierung des Blutverlustes während und nach der Operation. Weitere Kliniken wollen sich anschließen und langfristig soll das Konzept auf möglichst viele Krankenhäuser ausgeweitet werden.

Führungsrolle in Deutschland

Das PBM wird am Frankfurter Universitätsklinikum koordiniert durch die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie das Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen. „Wir sind glücklich, dieses wichtige Anliegen der WHO gemeinsam mit unseren Partnern erstmalig in Deutschland in die Praxis umsetzen zu können. Damit nimmt das Universitätsklinikum Frankfurt eine Führungsrolle für die Sicherung der Blutversorgung im OP innerhalb Deutschlands ein“, sagt Prof. Kai Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. „Durch die Maßnahmen können wir sicherstellen, dass dauerhaft alle Patienten, die eine Bluttransfusion brauchen, sie auch erhalten“, ergänzt Prof. Erhard Seifried, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie sowie des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg – Hessen.

Umgesetzt werden die Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den chirurgischen Kliniken. Während der Implementierungsphase von Juli bis September und auch in regelmäßigen Abständen danach finden Fortbildungen für Ärzte und Pflegepersonal auf allen chirurgischen Stationen statt. „Dank umfangreicher und erfolgreicher Vorarbeiten aller Beteiligten können wir das Programm jetzt flächendeckend in allen relevanten Bereichen implementieren“, freuen sich die Projektkoordinatoren PD Dr. Patrick Meybohm und Dr. Dania Fischer. Nach der vollständigen Einführung kommt das PBM-Programm bei allen erwachsenen, stationär aufgenommenen chirurgischen Patienten zum Einsatz.

Verfügbarkeit sichern, Patienten schützen

Wenn vor einer OP bei einem Patienten eine Blutarmut (Anämie) besteht, führt das zu einem erhöhten Risiko im Rahmen der Operation. Die bisherige Lösung stellte in solchen Fällen die Gabe von Fremdblutkonserven dar. Allerdings können durch sie auch zusätzliche gesundheitliche Komplikationen auftreten. Aktuelle Studien zeigen, dass die Gabe von Fremdblutkonserven mit einer erhöhten Sterblichkeit, höherer Morbidität (zum Beispiel Herzinfarkte, Nierenversagen) und einem erhöhten Infektionsrisiko (zum Beispiel Lungenentzündung, Blutvergiftung) verbunden sein könnte. Außerdem zeichnen sich aufgrund der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahren erhebliche Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven ab. Immer mehr älteren Patienten mit einem wachsenden Bedarf an Fremdblutprodukten stehen immer weniger potentielle Blutspender gegenüber.

Diesen Herausforderungen wird im Rahmen des PBM mit drei zentralen Maßnahmen begegnet. Die erste Säule bilden spezielle Vorbehandlungen von Risikopatienten vor operativen Eingriffen. Durch ein standardisiertes Prüfverfahren wird ermittelt, wie massiv der Blutmangel ist und wie hoch das Risiko für eine Bluttransfusion wäre. Wenn die Blutarmut ausgeprägt, das Risiko relativ hoch und die Operation zeitlich flexibel ist, wird ein Fachkonsil einberufen. Experten verschiedener Disziplinen legen in diesem Rahmen vorbereitende medizinische Maßnahmen fest, durch die die Blutarmut reduziert und damit der Einsatz von Blutkonserven bei der OP ohne gesundheitliche Risiken vermieden werden kann.

Die zweite Säule des PBM verfolgt das Ziel, den Einsatz der Blutkonserven von vornherein auf die wirklich sinnvollen Fälle zu begrenzen. Dazu sollen die Empfehlungen der Querschnittsleitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten der Bundesärztekammer konsequent umgesetzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine übersichtliche Transfusionsbedarf-Checkliste entwickelt, mit der in jedem konkreten Fall die Entscheidung für oder gegen den Einsatz einer Blutkonserve überprüft wird.

Unter der dritten Säule sind weitere Maßnahmen zusammengefasst, die den Blutverlust während der OP minimieren. Einerseits werden Blutentnahmen restriktiv gehandhabt. Cell-Saver-Geräte, die das Patientenblut bei Risikooperationen wieder auffangen, kommen routinemäßig zum Einsatz. Auch ein individualisiertes Management zentraler Körperwerte sowie ein Point-of-Care-gestütztes, also patientennahes Gerinnungsmanagement werden flächendeckend umgesetzt.

Versorgungsforschung für ganz Deutschland

In der Startphase der ersten 24 Monate wird eine Datenerfassung und Beobachtung aller Patienten als Begleitforschungsprojekt durch das Institut für Biostatistik und mathematische Modellierung am Universitätsklinikum Frankfurt, unter der Leitung von Prof. Eva Herrmann, durchgeführt. Da das PBM-Projekt auch an den Universitätskliniken Bonn, Kiel und Münster stufenweise eingeführt wird, können bis zum Jahr 2015 insgesamt bis zu 100.000 Patienten beobachtet und ausgewertet werden. Die begleitende Studie dient der Qualitätssicherung. Außerdem wird damit die Grundlage für die Weiterentwicklung und Ausweitung des Programms auf weitere Krankenhäuser gelegt.

Für weitere Informationen:
www.patientbloodmanagement.de

Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski, FRCA
Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 6301 – 59 98
Fax (0 69) 6301 – 58 81
E-Mail Kai.Zacharowski@kgu.de

Prof. Dr. Dr. Erhard Seifried
Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie
DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen
Fon (0 69) 67 82 – 201
Fax (0 69) 67 82 – 231
E-Mail e.seifried@blutspende.de
Internet www.blutspende.de

PD Dr. Patrick Meybohm
Projektkoordinator Patient Blood Management
Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 6301 – 87 461
E-Mail patrick.meybohm@kgu.de

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 63 01 – 77 64
Fax (0 69) 63 01 – 83 22 2
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet www.kgu.de








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