Rund vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an schweren Depressionen. Zur Behandlung werden meist Psychotherapie und Psychopharmaka oder beides gemeinsam eingesetzt. Darüber hinaus stehen etablierte Zusatztherapien, etwa Sport, Biofeedbacktraining oder Psychoedukationsgruppen, zur Verfügung, deren Effektivität wissenschaftlich nachgewiesen ist. Yoga als Kombination aus körperlicher Ertüchtigung, bewusster Atmung und Achtsamkeit findet im klinischen Alltag hingegen bisher wenig Anwendung und ist nicht eingängig erforscht.

Um die Wirkweisen von Yoga auf die depressive Symptomatik besser zu verstehen, wird an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Frankfurt nun eine Studie durchgeführt. Über drei Monate soll zweimal pro Woche Ashtanga-Yoga praktiziert werden. Dieser dynamische und kraftvolle Yogastil wirkt aktivierend und ausgleichend. Die Praxis besteht aus einer festgelegten Serie von Körperhaltungen, die durch atemsynchrone Bewegungsabfolgen miteinander verbunden werden. Hierdurch wird der Körper erwärmt, Muskeln und Organe entschlackt und der Energiefluss gefördert. Für diese Studie sucht das Klinikum Kandidaten, die mehr als einmal in ihrem Leben eine depressive Episode durchlebt haben. Die Diagnose eines solchen Krankheitsbildes lautet „rezidivierende Depression“.

Wissenschaftliche Begleitung und professionelle Anleitung
Der Yogakurs ist integraler Bestandteil der Studie und wird durch professionelle und erfahrene Yoga-Lehrerinnen erfolgen. Bei den Testungen werden jeweils Blut- und Speichelproben entnommen und verschiedene psychologische Parameter erfragt. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Untersuchung, deren Ergebnisse in anonymisierter Form veröffentlicht werden. Es werden folglich keine Kürzel oder Namen genannt. Die Daten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Vor Beginn des Kurses findet eine ärztliche Voruntersuchung statt, die die körperliche Voraussetzung zur aktiven Teilnahme bestätigt. Im Kurs selbst erlernen Sie die Ashtanga-Yoga-Übungsserien unter Anleitung, Schritt für Schritt, in Ihrem individuellen Tempo. Zudem erhalten Sie Hintergrundinformationen zu den Yoga-Übungen und trainieren in einer festen Gruppe zweimal pro Woche jeweils 60 Minuten lang. Eine aktive und regelmäßige Teilnahme ist Voraussetzung dafür, die Ziele des Kurses, die eine Stressreduktion und die Verbesserung von Ausdauer, Atemfähigkeit, Kraft und Beweglichkeit umfassen, zu erreichen.

Grundlage für den zukünftigen Einsatz von Yoga in der Therapie
Das Projekt soll zu einem verbesserten und umfassenderen Verständnis der Wirkweisen von Yoga auf die Symptomatik einer Depression führen und dazu beitragen, die Grundlage für einen optimalen Einsatz von Yoga im klinischen Setting zu schaffen. Interessenten können sich telefonisch unter 069/6301-83489 oder per E-Mail unter yogastudie@kgu.de informieren und anmelden.

Für weitere Informationen:

PD Dr. Viola Oertel-Knöchel
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 63 01 – 71 81
E-Mail yogastudie@kgu.de
Internet www.psychiatrie.uni-frankfurt.de

Claudia Schmied (B.Sc.)
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 63 01 – 83783
E-Mail claudia.schmied@kgu.de

Stabsstelle Recht-, Öffentlichkeits- und Pressearbeit
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 63 01 – 77 64
Fax (0 69) 63 01 – 83 22 2
E-Mail doreen.wedral@kgu.de
Internet www.kgu.de