Aufreinigung peripherer Blutstammzellen

Neben der Isolierung von hämatopoetischen Stammzellen aus dem Knochenmark hat die Gewinnung peripherer Blutstammzellen (peripheral blood stem cells, PBSC) in den letzten 15 Jahren zunehmend Anwendung gefunden. Durch subkutane Gabe eines Wachstumsfaktors (G-CSF) kommt es zur Mobilisierung der Stammzellen aus dem Knochenmark in das periphere Blut des Spenders. Diese können mittels Leukapherese, d.h. einem Hinwegtragen (griech. apherein) des weißen (griech. leukós) Zellgutes, abgesammelt werden. Periphere Blutstammzellen können auf unterschiedliche Weise mittels Positiv- oder Negativselektion aufgereinigt werden. Dies erfolgt durch die Markierung zellspezifischer Oberflächenantigene mit Antikörpern, die an Eisen-Partikel gekoppelt sind. Die immunomagnetische Isolation erfolgt über eine Selektionssäule, die sich im Feld eines starken Magneten befindet. Die markierten Zellen verbleiben auf der Säule, während unmarkierte Zellen das Magentfeld passieren können.

CD34-Positivselektion

Bei der CD34-Positivselektion werden Stammzellen mit Eisen-gekoppelten Antikörpern gegen das stammzellspezifische CD34 Oberflächenantigen markiert und mittels CliniMACS Gerät im Magnetfeld angereichert. Im sog. cell collection bag (CCB=Transplantat) sind nach dem Aufreinigungsprozess hoch aufgereinigte CD34 Stammzellen (Bild unten, links).
 

CD3 oder TCRαβ/CD19 Depletion

Die CD3 oder TCRαβ/CD19 Depletion (=Abreicherung) ist eine Negativselektion bei der CD3 bzw. TCRαβ T-Zellen und CD19 B-Zellen direkt aus dem Transplantat depletiert, also entfernt werden. Durch Markierung der CD3 bzw. TCRαβ und CD19 Oberflächenantigene werden T- und B-Zellen im Magnetfeld zurückgehalten, während alle übrigen Zellen das Magnetfeld passieren und gesammelt werden können (Bild unten, rechts). Im CCB verbleiben somit neben CD34 Stammzellen (SZ) noch weitere immunkompetente Zellen bspw. Natürliche Killer (NK)-Zellen und dendritische Zellen (DZ).
 

FACS-Plot