CKD-EPI zusätzliche Berechnung der geschätzten GFR

seit 2006 wird im ZL aus dem Serum-Kreatinin, dem Patientenalter, -geschlecht die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) als MDRD berechnet. Die geschätzte GFR auf Basis der MDRD hat eine eingeschränkte Aussagekraft für Nierengesunde. Die Berechnung der GFR nach der CKD-EPI Formel (Chronic Kidney Disease - Epidemiology) hat eine realistischere Aussagekraft für Nierengesunde, da sie zusätzlich verschiedene Kreatininbereiche berücksichtigt und somit die GFR bei Werten über 60 ml/min/1,73 m² besser einschätzt, als die Berechnung über die MDRD.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion, d. h. bei einer GFR kleiner 60 ml/min/1,73 m², ermöglicht die MDRD Formel eine bessere Einschätzung der GFR.

In Abstimmung mit dem Funktionsbereich Nephrologie erfolgt ab 11.07.2013 zusätzlich die Berechnung der geschätzten GFR auf Basis der CKD-EPI Formel und Angabe auf dem Befund:
- automatisch für alle Aufträge mit Serum- Kreatinin, jedoch
- nur für Erwachsene
- ohne Rücksicht auf die ethnischen Zugehörigkeit (cave: Korrekturfaktor 1,159 bei schwarzer Hautfarbe!).

Berechnung nach CKD-EPI

Weiblich:

SKREA ≤ 0,7 mg/dl: GFR = 144 x (SKREA (mg/dl)/0,7)-0,329 x (0,993)Alter

SKREA > 0,7 mg/dl: GFR = 144 x (SKREA (mg/dl)/0,7)-1,209 x (0,993)Alter

Männlich:

SKREA ≤ 0,9 mg/dl: GFR = 141 x (SKREA (mg/dl)/0,9)-0,411 x (0,993)Alter

SKREA > 0,9 mg/dl: GFR = 141 x (SKREA (mg/dl)/0,9)-1,209 x (0,993)Alter

Für ethnische Zugehörigkeit mit schwarzer Hautfarbe jeweils x 1,159

 

Quelle: Thomas, Ch., Thomas, L.: Niereninsuffizienz – Bestimmung der glomerulären Funktion; Deutsches Ärzteblatt Jg. 106 Heft 51-52, S. 849-854, 2009; Formel: