Klinische Forschung

Die Abteilung klinische Forschung der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Frankfurt hat das Ziel, die Diagnostik von psychiatrischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern, neuartige Therapieverfahren zu entwickeln und in klinischen Studien zu überprüfen. Die Forschungsschwerpunkte liegen bei den folgenden Erkrankungen: Autismus-Spektrum-Störungen, Störungen des Sozialverhaltens und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Zudem werden in einzelnen Projekten auch selektiver Mutismus, Angst- und depressive Störungen beforscht. Die jeweiligen Forschungsfragen beinhalten die Entwicklung und testtheoretische Überprüfung von Fragebögen und diagnostischen Instrumenten, die Erstellung von AWMF-S3-Leitlinien, die Entwicklung von Psychotherapiemanualen sowie neuen Therapiemethoden, wie tDCS, Sport- oder Lichttherapie und deren Überprüfung anhand von randomisiert-klinischen Studien sowie entwicklungsorientierte Grundlagenforschung zur Etablierung und Überprüfung von Wirkmechanismen von Therapie. Zudem werden in Kooperation mit den anderen Arbeitsgruppen neurobiologische Korrelate der o.g. Erkrankungen erforscht. Die Klinische Forschung wird durch das BMBF, die DFG und die EU gefördert.

Ausgewählte Publikationen

S-3 Leitlinie zur Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes- und Jugendalter (Freitag et al., 2015): http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/028-018.html

 

Aktuelle Artikel

Bast, N., Poustka, L., & Freitag, C. M. (2018). The locus coeruleus - norepinephrine system as pacemaker of attention - A developmental mechanism of derailed attentional function in autism spectrum disorder. European Journal of Neuroscience, 47(2), 115-125. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ejn.13795/full

Freitag CM, Jensen K, Elsuni L, Sachse M, Herpertz-Dahlmann B, Schulte-Rüther M, Hänig S, von Gontard A, Poustka L, Schad-Hansjosten T, Wenzl C, Sinzig J, Taurines R, Geißler J, Kieser M, & Cholemkery H (2016). Group-based cognitive behavioural psychotherapy for children and adolescents with ASD: the randomized, multicentre, controlled SOSTA-net trial. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 57(5):596-605. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jcpp.12509/full

Müller N, Baumeister S, Dziobek I, Banaschewski T, & Poustka L (2016). Validation of the Movie for the Assessment of Social Cognition in Adolescents with ASD: Fixation Duration and Pupil Dilation as Predictors of Performance. Journal of Autism and Developmental Disorders, 46(9), 2831-2844.
https://link.springer.com/article/10.1007/s10803-016-2828-z

Bernhard A, Martinelli A, Ackermann K, Saure D, Freitag CM (2016) Association of trauma, Posttraumatic Stress Disorder and Conduct Disorder: a systematic review and meta-analysis. Neuroscience and Biobehavioral Reviews [Epub ahead of print] http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0149763416303414

 

Aktuelle Fachbücher

Freitag CM, Kitzerow J, Medda J, Soll S & Cholemkery H (2017) Autismus-Spektrum-Störungen. Göttingen: Hogrefe.

Cholemkery H, Kitzerow J, Soll S & Freitag CM (2017). Ratgeber Autismus-Spektrum-Störungen. Göttingen: Hogrefe.

Teufel K, Wilker C, Valerian J, Freitag CM (2017). A-FFIP - Autismusspezifische Therapie im Vorschulalter. Berlin: Springer.

Schlitt S, Berndt K, Freitag CM (2015). Das Frankfurter Autismus-Elterntraining (FAUT-E). Stuttgart: Kohlkammer.

Cholemkery H & Freitag CM (2014) Soziales Kompetenztraining für Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störungen. Weinheim: Beltz.

Die Liste der jeweiligen Publikationen ist über Researchgate oder pubmed unter den Namen der jeweiligen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzusehen.

 

Forschungsprojekte

DFG-geförderte klinische STUDIE: Evaluation des Frankfurter Frühinterventionsprogramms (A-FFIP) – Autismusspezifische Therapie im Vorschulalter

Das Frankfurter Frühinterventionsprogramm "A-FFIP" basiert auf Ergebnissen entwicklungspsychologischer Studien zur Sprach-, motorischen, kognitiven und Spielentwicklung von gesunden und Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Es werden empirisch überprüfte verhaltenstherapeutische und übende Verfahren für die Förderung angewandt. Entwickelt um den Versorgungsengpass wissenschaftlich fundierter und finanzierbarer Förderansätze in Deutschland entgegenzuwirken wird das manualisierte A-FFIP mit einer Intensität von 2 Stunden in der Woche angeboten. In dieser multizentrischen Studie wird die Entwicklung von Kindern mit ASS untersucht hinsichtlich Autismus-Symptomatik, Kognition, Sprache und Sozialverhalten im Therapieverlauf (nach 1 Jahr ), die nach dem A-FFIP Ansatz gefördert wurden und mit der Entwicklung von Kindern mit ASS verglichen, die andere lokal verfügbare Förderungen erhalten haben. Ziel dieser DFG geförderten Studie ist demnach die Untersuchung der Effektivität des A-FFIP Ansatzes.

Weitere Informationen: Ziyon.Kim@kgu.de

Aktuelle Stellenausschreibungen:
Doktorandin / Doktorand in Psychologie

 

Entwicklung von Imitation und Gemeinsamer Aufmerksamkeit bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung

Die Fähigkeiten zur Gemeinsamen Aufmerksamkeit und Imitation verkörpern zentrale Bausteine in der frühkindlichen Entwicklung und beeinflussen den Aufbau zahlreicher weiterer Kompetenzen. Sowohl die Gemeinsame Aufmerksamkeit als auch die Imitation, sind insbesondere bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen oftmals stark eingeschränkt. Bislang wurde die parallele oder aufeinander aufbauende Entwicklung von differenzierten Aspekten der Gemeinsamen Aufmerksamkeit und Imitation bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung selten untersucht. Das Ziel der Studie ist es, die Zusammenhänge beider Kompetenzen anhand von längsschnittlichen Daten in ihrem Entwicklungsverlauf genauer zu betrachten und zu differenzieren.

Weitere Informationen: Karoline.Teufel@kgu.de

 

Pupillometrie als Biomarker abweichender Aufmerksamkeitsprozesse bei Autismus-Spektrum-Störungen

Die Pupillengröße ist auch ein guter Indikator für geistige Anstrengung, sowie der generellen Wachheit von Menschen. Dieses Maß können wir unkompliziert und ohne intrusive Elemente selbst bei Säuglingen mittels Eye-Tracking erfassen. Teilnehmer müssen sich dafür einfach nur etwas anschauen, wie einen Film oder einen anderen Menschen. Neuere Studien zeigen, dass abweichende Pupillenreaktionen ein Frühindikator für Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sein könnten. Deshalb arbeiten wir daran, dieses Maß in der Frühdiagnostik bei ASS nutzbar zu machen, indem wir eine innovative Testbatterie zur Erfassung von basalen Aufmerksamkeitsprozessen entwickelten und diese nun validieren.

Weitere Informationen: Nico.Bast@kgu.de

 

Testtheoretische Untersuchung und Normierung der Children’s Communication Checklist-2 (CCC-2), Repetitive Behavior Scale – Revised (RBS-R) und Aberrant Behavior Checklist (ABC)

Als Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik bemühen wir uns die Diagnostik laufend zu verbessern. Dazu gehört es auch, im bewährte Fragebögen aus der englischsprachigen Welt nach Deutschland zu übertragen, indem wir sie gegebenfalls übersetzen, insbesondere aber evaluieren und normieren. Momentan führen wir dies für drei auch bei Autismus-Spektrum-Störungen eingesetzten Eltern-Fragebögen durch: der Aberrant Behavior Checklist (ABC), der Children´s Communication Checklist (CCC-2) und der Repetitive Behavior Scale-Revised (RBS-R).

Weitere Informationen: Nico.Bast@kgu.de

 

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