Was ist die Schilddrüse?

Die Schilddrüse befindet sich am Hals in Höhe des Kehlkopfes. Sie verwendet das mit der Nahrung aufgenommene Jod zur Produktion der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Tetrajodthyronin (Thyroxin). Diese Hormone beeinflussen unter anderem das Herzkreislaufsystem, den Magen-Darm-Trakt, das Nervensystem aber auch die Psyche. Die Hormonproduktion in der Schilddrüse unterliegt der Regulation durch die Hypophyse.

Wie kann eine Erkrankung der Schilddrüse festgestellt werden?

Besteht der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung, werden zunächst die Schilddrüsenhormone  und das Steuerhormon der Hirnanhangdrüse im Blut untersucht. Hieraus lässt sich feststellen, ob eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt. Anhand einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) wird die Größe der Schilddrüse sowie evtl. vorhandene Knoten gemessen. Darüber hinaus kann eine Schilddrüsenszintigraphie durchgeführt werden, bei der eine radioaktiv markierte jodähnliche Substanz in eine Vene gespritzt wird. Diese wird von der Schilddrüse gespeichert und gibt Auskunft über die Funktion der Schilddrüse bzw. der vorhandenen Knoten.

Der Kropf (Struma)

Der Kropf ist eine Vergrößerung der Schilddrüse, der meist ein Jodmangel zugrunde liegt. Hierbei handelt es sich um die häufigste Schilddrüsenerkrankung. Meist kommt es zusätzlich zur Vergrößerung der Schilddrüse auch zur Knotenbildung. Man unterscheidet heiße (bilden vermehrt Schilddrüsenhormon) von kalten Knoten (bilden wenig Schilddrüsenhormon). Heiße und kalte Knoten lassen sich mithilfe einer Szintigraphie unterscheiden. Kalte Knoten sollten ggf. anhand einer Feinnadelpunktion (Entnahme einiger Schilddrüsenzellen mithilfe einer kleinen Kanüle und anschließende mikroskopische Untersuchung) und MIBI-Szintigraphie weiter abgeklärt werden, um ein bösartiges Wachstum auszuschließen. Die Therapie der Struma besteht je nach Befund in einer Gabe von Schilddrüsenhormon, einer Radiojodtherapie oder einer operativen Verkleinerung.

Die Schilddrüsenüberfunktion

Szintigraphie eines heißen Knotens

Eine Schilddrüsenüberfunktion wird durch einen Überschuss an Schilddrüsenhormonen im Blut verursacht. Sie kann sich in Gewichtsabnahme, Herzrasen, Unruhe, Nervosität, verstärktem Schwitzen und Schlafstörungen äußern. Mögliche Ursachen sind das Vorliegen heißer Knoten. Wenn die Überfunktion von der gesamten Schilddrüse ausgeht spricht man von einer disseminierten Autonomie. Bei Vorliegen von Antikörpern gegen die Hormonrezeptoren der Schilddrüse von einem Morbus Basedow.

Morbus Basedow

Der Morbus Basedow kann eine Beteiligung der Augenmuskulatur aufweisen (endokrine Orbitopathie). Dies führt zu Fremdkörpergefühl, Trockenheit und einem Hervortreten der Augäpfel (Exophthalmus). Eine endgültige Therapie der Schilddrüsenüberfunktion kann mithilfe einer Radiojodtherapie oder einer Operation erfolgen.

Die Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion wird durch einen Mangel an Schilddrüsenhormonen im Blut verursacht. Sie kann sich in einer Gewichtszunahme, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Verstopfung und depressiver Verstimmung äußern. Ursache ist oft eine Entzündung der Schilddrüse. Selten eine angeborene Stoffwechselstörung. Die Therapie der Schilddrüsenunterfunktion besteht in einer täglichen Einnahme von Hormonpräparaten.