Jeanette Eresch erhält den EYEnovative Förderpreis der Firma Novartis

Jeanette Eresch (re) mit Prof. Dr. Waltraud Pfeilschifter

Diplom-Biologin Jeanette Eresch aus dem Institut für Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie hat gemeinsam mit Prof. Dr. Waltraud Pfeilschifter aus der Klinik für Neurologie eine Forschungsförderung in Höhe von 25.000,00 Euro zur Fortführung ihrer Forschungsarbeiten zum Thema Sphingolipid-Signalling bei retinoproliferativen Erkrankungen erhalten. Frau Eresch untersucht die Frühgeborenen-Retinopathie, bei der das plötzliche Sauerstoff-Überangebot, dem die Netzhaut (=Retina) frühgeborener Säuglinge nach der Geburt ausgesetzt ist, zu einem Entwicklungsstopp der Netzhautgefäße mit folgender Minderversorgung der Netzhaut führt. Um diese Minderversorgung auszugleichen, kommt es im Krankheitsverlauf zu einem ungeordneten  Gefäßwachstum mit der Gefahr der Netzhautablösung. Der Sphingolipid-Signalweg ist wichtiger Regulator des Gefäßwachstums. Da seine Rezeptoren und Schlüsselenzyme einer pharmakologischen Therapie zugänglich sind, könnten sich hieraus in Zukunft neue Therapien entwickeln, die möglicherweise auch bei häufigeren gefäßbedingten Netzhauterkrankungen wie z.B. der diabetischen Retinopathie einsetzbar sind. Frau Eresch hat im Rahmen ihrer Promotion wichtige Hinweise für eine schützende Funktion der Sphingosinkinase 2 gegen den Gefäßverlust gesammelt.

Ihre Faszination für das Auge entdeckte sie schon während des Biologie-Studiums an der Technischen Universität Darmstadt, wo sie im Rahmen ihrer Diplom-Arbeit an der Retinaentwicklung des Huhns forschte. „An der Retina-Forschung und speziell der retinalen Angioneogenese fasziniert mich, dass man auf einen Blick das ganze Organ mit seinen hochspezialisierten Zellen und seinem dynamischen Gefäßsystem vor sich hat.“ Die Promotionsarbeit von Frau Eresch am Universitätsklinikum ist interdisziplinär betreut durch den Augenarzt Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach, Chefarzt der Augenheilkunde am Klinikum Ludwigshafen mit Lehrauftrag an der Goethe-Universität, den Pharmakologen Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, der an der Entwicklung neuer Therapieoptionen unter Ausnutzung körpereigener Signalwege forscht und der Neurologin Prof. Dr. Waltraud Pfeilschifter: „Entwicklungsgeschichtlich ist das Auge eine ‚Ausstülpung des Gehirns‘ und auch das Gefäßsystem des Auges ist bis in seine kleinen Verästelungen den Hirngefäßen sehr ähnlich. Deshalb gibt es einige Parallelen zwischen der Retina- und der Schlaganfallforschung an der Klinik für Neurologie, die unsere Zusammenarbeit so interessant machen und wir freuen uns, dass uns der EYEnovative Förderpreis dabei unterstützt.“