Einführung

Harnsteine gehören zu den häufigsten urologischen Krankheitsbildern und gelten in den westlichen Industrieländern mittlerweile als Volkskrankheit. Etwa 5% der deutschen Bevölkerung sind betroffen und die Zahl der Neuerkrankungen hat sich in den letzten drei Jahrzehnten verdreifacht.  Die Ursachen sind vielfältig und liegen unter anderem in einer kalorienreichen Ernährung, geringer körperlicher Aktivität und falschem Trinkverhalten sowie chronischem Stress, Stoffwechselerkrankungen und Erblichkeit.

Ebenso sind Lage, Größe und Zusammensetzung der Harnsteine vielfältig, wobei der Hauptanteil in den Nieren und Harnleitern gefunden wird. Ihre Größe reicht von Mikrometern bis zu mehreren Zentimetern. Sie können oft lange unbemerkt bleiben, bevor sie sich teilweise verbunden mit heftigen Schmerzen, der sogenannten Nierenkolik, bemerkbar machen.

Etwa die Hälfte der betroffenen Patienten müssen mit mindestens einem Steinrezidiv - also dem erneuten Auftreten eines Harnsteines – rechnen. Bis zu 20 % der Patienten sogar mit mindestens drei Rezidiv-Episoden.

Die moderne Steintherapie stellt somit eine herausfordernde Aufgabe dar, die durch unterschiedliche Faktoren bestimmt ist und auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden muss. An unserer Klinik für Urologie stellen die Steinbehandlung und die Vorbeugung einer erneuten Steinbildung einen wesentlichen Behandlungsschwerpunkt mit folgendem Leistungsspektrum dar.

Behandlungsmethoden

Bei allen interventionellen Therapieformen sind vornehmlich die Steinlokalisation und –größe maßgebend. Ausschließlich Harnsäuresteine können effizient durch Medikamente aufgelöst werden.

Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL):

Bei der ESWL erfolgt eine Zertrümmerung von Harnsteinen durch gebündelte, energiereiche Stoßwellen die außerhalb des Körpers erzeugt und gezielt auf den Stein gerichtet werden. Die Bruchstücke können dann auf natürlichem Wege mit dem Harn ausgeschieden werden. Der Eingriff ist somit nicht invasiv, d.h. es ist kein Schnitt oder ein Eingehen in den Körper seitens des Behandlers notwendig und kann ambulant erfolgen. Der Eingriff kann ohne Narkose unter lediglich Gabe eines Schmerzmittels oder in Analgosedierung durchgeführt werden.

Bei größeren Steinen ist gelegentlich die vorübergehende Einlage einer Harnleiterschiene (DJ-Katheter) notwendig um ein schmerzfreies Abgehen der Bruchstücke zu ermöglichen. Diese wird im Vorfeld in örtlicher Betäubung über eine Blas