Schwerpunkt der im andrologischen Labor durchgeführten Labordiagnostik ist die Untersuchung der Fertilität von Männern in Partnerschaften mit unerfülltem Kinderwunsch. Zur Beurteilung der Fähigkeit des Patienten zur Fortpflanzung werden dabei zunächst anhand der Untersuchung des Ejakulates die Parameter des Basis-Spermiogramms erhoben. Ergeben sich hierbei Hinweise auf das Vorliegen von Störungen der Spermatogenese kann die Diagnostik durch weitere Spermiogrammparameter und ggf. die Durchführung von Spermatozoen-Funktionstests erweitert werden. Bei bestimmten Konstellationen im Spermiogramm, vor allem bei einer deutlich verminderten Anzahl an Samenzellen im Ejakulat, ist ggf. darüber hinaus eine endokrinologische Diagnostik erforderlich. 

Die vom Labor angebotenen Leistungen lassen sich daher in 3 Kategorien zusammenfassen:

Basis-Spermiogramm

Bei einer ersten Beurteilung einer Samenprobe werden zunächst nachfolgend aufgelistet physikalische, biochemische, immunologische und zelluläre Ejakulatparameter untersucht:

Physikalische Ejakulat-Parameter

Ejakulatvolumen  

pH-Wert des Ejakulates  

Verflüssigungszeit und Konsistenz des Ejakulates

Biochemische und immunologische Ejakulat-Parameter

Fruktosegehalt des Seminalplasmas 
Die im Seminalplasma, dem flüssigen Bestandteil des Ejakulates nachweisbare Fruktose entstammt den Bläschendrüsen und ist daher als Marker der Sekretionsleistung der Bläschendrüsen anzusehen. Da die Sekretionsleistung der Bläschendrüsen ihrerseits jedoch unter einem direkten regulatorischen Einfluss des Testosteronspiegels steht, gilt die Fruktose indirekt auch als Marker des Testosteronspiegels.
Der Gehalt an Fruktose im Seminalplasma ist mit durchschnittlich 20-25 μmol/l wesentlich höher als in jeder anderen Körperflüssigkeit. Ihre Konzentration nimmt aber nach Ejakulation im Laufe der Zeit infolge einer Fruktolyse durch die Samenzellen rasch ab. Eine Bestimmung des Fruktosegehalts muss daher standardisiert stets zum selben Zeitpunkt nach Gewinnung des zu untersuchenden Ejakulates durchgeführt werden.

Zinkgehalt des Seminalplasmas 
Der Zinkgehalt dagegen ist ein verlässlicher Indikator der Sekretionsleistung der Prostata.

Spermatozoenantikörper  
Die Anwesenheit von Spermatozoenantikörpern im Ejakulat wird vielfach als typisches und spezifisches Zeichen einer immunologisch bedingten Subfertilität angesehen. Vor allem sind hier die agglutinierend wirkenden Antikörper des IgA-Isotyps für die männliche Subfertilität von Bedeutung, da sie den Samenzellen die Durchdringung des Zervikalsekretes unmöglich machen.
Der Nachweis von Spermatozoenantikörpern mit Hilfe einfacher Testverfahren, wie z.B. dem Immunobead- oder dem MAR-Test, ist sehr störanfällig und liefert nicht selten falsch positive Resultate. Testergebnisse, welche einen Verdacht auf eine immunologische Ursache einer Fertilitätsstörung nahelegen, sollten daher zunächst zur Bestätigung des Befundes wiederholt werden, bevor ihre Relevanz in einem Postkoital-Test überprüft werden sollte.
Bei einem positiven Antikörpernachweis entscheidet ihre Menge, gemessen am Anteil der von