Blasenschwäche/Inkontinenz

Harninkontinenz betrifft einen hohen Prozentsatz von Frauen insbesondere ab dem 5. Lebensjahrzehnt. Es gibt eine hohe Dunkelziffer, da sehr viele betroffene Frauen keinen ärztlichen Rat suchen. Mit Hilfe einer gynäkologischen Untersuchung, Ultraschall, evlt. Urinuntersuchung und Blasendruckmessung kann festgestellt werden, warum es zum ungewollten Harnabgang kommt und eine gezielte Behandlung eingeleitet werden. Je nach Ursache der Harninkontinenz gibt es zahlreiche vielversprechende Behandlungsmöglichkeiten. Wir, in der Universitätsfrauenklinik legen besonderen Wert darauf, dass alle nichtoperativen (konservativen) Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, bevor wir eine Operation (TVT, transobturatorische Schlingen, Kolposuspension) empfehlen.

Belastungsinkontinenz

Bei der Belastungsinkontinenz liegt eine Schwäche des Harnröhrenverschlusses vor. Dadurch kommt es bei körperlichen Anstrengungen (Husten, Niesen, Laufen, Hüpfen etc.) zum unfreiwilligen Abgang von Urin

Bei diesen Beschwerden sollten auf jeden Fall die Chancen für eine konservative Behandlung geprüft werden. Durch den Einsatz von Hormonbehandlung, Beckenbodentraining mit oder ohne Biofeed-back, Pessare oder Medikamente (Duloxetin) kann in vielen Fällen eine Operation vermieden werden.

Ist eine Operation nicht zu vermeiden, steht beispielsweise mit der spannungsfreien Einlage von Kunststoffbändern (z.B. TVT, transobturatorische Schlingen) ein minimal-invasives Verfahren zur Verfügung, das bei weit über 90% die Probleme beheben oder zumindest verringern kann. Unter anderem weil es sich um sehr kurze Operationen handelt, sind sie bei sehr vielen der betroffenen Frauen anwendbar. Liegt zusätzlich eine Senkung der Gebärmutter oder der Scheide vor, können andere Verfahren bzw. die Kombination mit anderen Eingriffen sinnvoll sein.

Reizblase/Dranginkontinenz