Forschung in der Medizinischen Soziologie

Die Forschungsaktivitäten der Medizinischen Soziologie an der Universität Frankfurt umfassen verschiedene Schwerpunkte, die medizinsoziologische Fragestellungen systematisch auf allen gesellschaftlichen Ebenen untersuchen:

  1. Die Gesundheitssystemanalyse sowie der Vergleich von Gesundheitssystemen dient der Analyse des tiefgreifenden Wandels, der sich in allen Industrienationen vollzieht und die Versorgungsstrukturen, Regulierungsmodi und Finanzierungssysteme betrifft. Dabei wird insbesondere auch die Gesundheitspolitik und ihre zunehmende Einbettung in den europäischen Kontext analysiert.

  2. Analysen der ärztlichen Profession und ihres sozialen Wandels (Stichwort: De-Professionalisierung) sind Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten im Sinne einer Soziologie der Medizin.

  3. Fragen der Versorgungsforschung werden sowohl in der  haus- und fachärztlichen Versorgung im ambulanten Bereich als auch im Hinblick auf die stationäre Versorgung untersucht. Auf Grundlage von Sekundäranalysen werden z. B. Versorgungsprobleme vulnerabler Gruppen, die Auswirkungen neuer Versorgungsformen oder anderer gesundheitspolitischer Reformvorhaben auf die konkrete Versorgungssituation empirisch überprüft. Zudem werden Auswirkungen der neuen Vergütungs- und Versorgungsformen im Krankenhaussektor auf die beteiligten Ärzte unter dem Aspekt Ökonomisierung/Wandel der ärztlichen Ethik empirisch untersucht.

  4. Psychosoziale Grundlagen von Gesundheits- und Krankheitsverhalten werden auf sowohl auf der Individualebene medizinsoziologischer Forschung als auch im Feld der sozial bedingten gesundheitlichen Ungleichheit erforscht.

Dabei greift die Abteilung auf umfangreiche Erfahrungen in quantitativer und qualitativer empirischer Sozialforschung zurück.