Serologie

Hintergrund

Die Infektions-Serologie befasst sich mit dem spezifischen Nachweisen von Antigenen und Antikörpern bei Infektionskrankheiten. Ausgangsmaterial für serologische Tests sind zumeist Serum und Liquor, aber auch andere Körperflüssigkeiten wie respiratorische Sekrete oder Urin. Dem Nachweis von Antikörpern und Antigenen sind jedoch prinzipiell Grenzen gesetzt: Zum einen muss der infizierte Organismus nach einer Infektion überhaupt mit der Bildung von Antikörpern begonnen haben, zum andern müssen Antigene und Antikörper dann auch in ausreichender Konzentration vorliegen.    
Zwar gilt der kulturelle oder molekulare Direktnachweis von Erregern als Goldstandard der mikrobiologischen Diagnostik. Bei einem Teil der bakteriellen Infektionskrankheiten (z. B. Syphilis) sind die Mikroorganismen allerdings bei Auftreten der klinischen Symptomatik nur für begrenzte Zeit am Infektionsort nachweisbar, oder der direkte Erregernachweis ist wegen der anspruchsvollen Kultureigenschaften (z.B. Mycoplasmen, Chlamydien) und der geringen Erregerkonzentration im klinischen Untersuchungsmaterial (z.B. Lyme-Borreliose) technisch aufwendig bzw. häufig von nur geringer Sensitivität (z.B. bei Pilzinfektionen oder Legionellose). Hier liefern gerade erregerspezifische serologische Antikörper- und Antigennachweise wichtige Informationen für die Diagnostik und Therapie. Weitere Indikationen für infektionsserologische Erregernachweise sind die Diagnostik von postinfektösen, immunpathologischen Folgeerkrankungen, deren ätiologische Abklärung durch direkten Erregernachweis gewöhnlich nicht mehr möglich ist (z.B. reaktive Arthritis nach infektiöser Gastroenteritis) oder auch die Kontrolle des Impferfolges nach Schutzimpfungen.

Infektionsserologische Diagnostik in Frankfurt:

Im Labor für Infektionsserologie werden über 50 Testverfahren für die Diagnostik von mehr als 30 verschieden Infektionserregern (Bakterien, Parasiten und Pilze) vorgehalten. Antigennachweise dienen z.B. der Akutdiagnostik von Legionellen-Infektionen oder der Bestimmung von Pilzantigenen (Kryptokokken-, Aspergillus- oder Candida-Infektion). Für den indirekten Erregernachweis im Rahmen der Antikörperdiagnostik werden neben klassischen serologischen Tests wie Agglutinationstests, Immunfluoreszenztests und der Komplementbindungsreaktion vor allem qualitative und quantitative ELISAs sowie eine Vielzahl moderner Immunoblots eingesetzt. Darüberhinaus werden erregerspezifische Liquor-Serum-Indizes (AI) berechnet. Mit wenigen Ausnahmen kommt dabei für den jeweiligen Erregernachweis eine Kombination aus hochsensitiven Screeningtests und hochspezifischen Bestätigungstests (Stufendiagnostik) zum Einsatz. Unsere Laboranalytik ist akkreditiert und unterliegt der internen und externen Qualitätskontrolle im Rahmen eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems. Das Labor nimmt regelmäßig an Ringversuchen teil.

Angaben zum jeweils geeigneten Untersuchungsmaterial entnehmen Sie bitte hier.

Dauer der Laboruntersuchungen (nach Eingang im Labor):

Antigenschnellnachweise2-3 h
Andere serologische Untersuchungen
1-5 d
(je nach Aufwand und Umfang)


Ansprechpartner und Befundabfrage:

Labororganisation: OÄ PD Dr. med. Silke Besier
Vertretung: OÄ PD Dr. med. Claudia Brandt, David Villinger

Frau H. Podlich (leitende MTA)
Frau C. Jung (MTA)
Frau A. Hillebrecht (MTA)
Frau H. Haas-Stork (MTA)


Alle Befunde sind nach Beendigung der Analysen umgehend im elektronischen Auskunftssystem innerhalb des Klinikums online verfügbar. Darüberhinaus besteht die Möglichkeit zur telefonischen Befundabfrage unter:  
Telefonische Befundauskunft:          069-6301-5089/-5045/-5044