Mykobakterienlabor

Tuberkulose

Die Tuberkulose (TBC) ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten.
Die World Health Organization (WHO) schätzt, dass

  1. jede Sekunde weltweit ein Patient mit dem Tuberkuloseerreger,
    Mycobacterium tuberculosis, infiziert wird,
  2. ein Drittel der Weltbevölkerung bereits mit dem Erreger infiziert ist,
  3. 5-10% der infizierten Menschen an Tuberkulose erkranken,
  4. weltweit ca. 9 Millionen Neuerkrankungen an Tuberkulose auftreten.

In Deutschland wurden im Jahr 2014 insgesamt 5.865 Neuerkrankungen von Tuberkulose registriert, was einer Inzidenz von 7,16 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern entspricht (Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2014, Robert Koch-Institut, Berlin 2016). Am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhygiene des Univeritätsklinikums Frankfurt am Main werden jährlich ca. 50 Tuberkulose-Erstnachweise aus verschiedensten Patientenmaterialien erbracht.

Atypische Mykobakteriosen

Nicht-tuberkulöse ("atypische") Mykobakterien (NTM) verursachen sehr unterschiedliche Krankheitsbilder. Art und Schwere der Erkrankung sind vor allem abhängig von dem Immunstatus des Betroffenen. Das Universitätsklinikum versorgt mit seinen großen Ambulanzen für HIV und Mukoviszidose sowie seinen Transplantationszentren Patientenkollektive, die häufig mit nicht-tuberkulösen Mykobakterien infiziert sind. Am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhygiene des Univeritätsklinikums Frankfurt am Main werden jährlich ca. 40 nicht-tuberkulöse Mykobakterien-Erstnachweise aus verschiedensten Patientenmaterialien erbracht.

Labordiagnostik von Tuberkulose/Mykobakteriosen

Die mikrobiologische Diagnostik umfasst neben einer mehrstufigen Mikroskopie (Auramin-Färbung, Ziehl-Neelsen- bzw. Kinyoun-Färbung) und molekularen Schnellnachweisverfahren die Anzucht, molekulare Identifizierung und phänotypische Resistenzbestimmung der Erreger. Zudem erlaubt ein Interferon-γ-Test (z.B. Quantiferon) den Nachweis T