Seit 1997 bieten wir unseren Patienten die Möglichkeit einer Kryokonservierung von Samenmaterial, d.h. einer längerfristigen Aufbewahrung Ihrer Samenzellen durch Einfrieren und Lagerung in flüssigem Stickstoff, als Serviceleistung an. Dabei handelt es sich um eine Maßnahme, die vor allem für folgende Patientengruppen von Interesse ist:

  • Tumorpatienten, die vor einer geplanten Chemo- oder Bestrahlungstherapie stehen,
  • Patienten, die vor Eingriffen mit bekannten Risiken für die Befruchtungsfähigkeit stehen, wie z.B. einer retroperitoneale Lymphknotenentfernung,
  • Patienten, die vor einer Sterilisationsoperation stehen und sich eine Zeugungsreserve erhalten möchten.

Patienten, in deren Ejakulat keine Samenzellen nachweisbar sind, bieten wir an, Hodengewebe oder Nebenhodenflüssigkeit, welches im Rahmen einer diagnostischen Operation aus den Hoden bzw. Nebenhoden entnommen wird, tiefzufrieren. 

Termine

Da das Angebot der Kryokonservierung von Samenmaterial in erster Linie für Patienten, die sich kurzfristig einer Operation und/oder Tumorbehandlung unterziehen müssen, von Interesse ist, wird seitens des Personals der Andrologie-Ambulanz bzw. des Labors, wenn irgendwie möglich, eine sehr kurzfristige Vorstellung ermöglicht. Dabei können nach vorheriger Absprache u.U. auch Termine am Rande der Servicezeiten des Labors realisiert werden. 

Vertragsabschluss

Die Durchführung einer Kryokonservierung von Samenmaterial setzt den Abschluss eines Vertrages zwischen unserem Zentrum und dem Patienten voraus. Dabei werden vor Vertragsunterzeichnung die rechtlichen Bestimmungen und Rahmenbedingungen der geplanten Maßnahme in einem persönlichen Gespräch ausführlich erörtert. In diesem Aufklärungsgespräch über die Vertragsinhalte haben Sie Gelegenheit, alle in diesem Zusammenhang für Sie offenen Fragen anzusprechen. Der Vertrag muss jährlich verlängert werden. 

Kostenübernahme

Bei der Kryokonservierung von Samenmaterial handelt es sich um eine Leistung, die von den Krankenkassen nicht getragen wird. Wir müssen Sie daher dem Patienten in Rechnung stellen (siehe Vertragspunkt VII). Ferner muss mittels einer Blutuntersuchung das Vorliegen einer HIV- bzw. Hepatitis-Infektion ausgeschlossen werden. Auch diese Leistung wird, da sie Bestandteil der Kryokonservierungs-Leistung ist, nicht von den Krankenkassen übernommen und muss daher dem Patienten in Rechnung gestellt werden.

Abholung Ihrer Kryogewebe

Sollen Ihre Kryogewebe zur Durchführung reproduktionsmedizinischer Maßnahmen an ein entsprechendes IVF-Institut überführt werden, brauchen wir zu gegebenem Zeitpunkt von Ihnen persönlich eine aktuell datierte und unterzeichnete Vollmacht/Beauftragung.
Bitte beachten Sie, dass ein Transfer Ihrer Kryogewebe an ein anderes Institut einiger Vorbereitungen bedarf. Wir bitten Sie daher eine Umlagerung Ihrer Gewebe frühzeitig, spätestens aber 14 Tage vor Bedarf telefonisch anzukündigen! 

Weitere Informationen

Wenn Sie sich näher über die Möglichkeit der Kryoasservierung von Samenmaterial informieren möchten, wenden Sie sich bitte an das Personal der Andrologie-Ambulanz. Dort wird man Ihnen gerne Auskunft erteilen.