Dammschnitt

Dammschnitt oder Dammriss: beides gehört wohl für jede Frau zu den unangenehmsten Vorstellungen bzw. Eingriffen rund um die Geburt. Das Gefühl, an der empfindlichsten Stelle eine Verletzung erleiden und hinnehmen zu müssen, ist für die meisten Frauen mit Ängsten und Scham verbunden. Andererseits fragen sich viele Menschen, wie es möglich ist, dass ein Kind durch die Scheide geboren wird, die doch sonst nie so weit gedehnt wird. Das Geheimnis liegt in der Anordnung der Scheidenschleimhaut, die sich wie ein vorher in Falten gelegter Vorhang, der dann glatt gezogen wird, aufdehnen kann. Ihr Körper sorgt gut für Ihre Unversehrtheit! Und wir geben unser Bestes, um sowohl einen Dammschnitt als auch Dammriss für Sie zu vermeiden!

Ein Dammschnitt heißt im Mediziner-Deutsch Episiotomie, oder kurz Epi. Er kann in drei Varianten durchgeführt werden: lateral, also seitlich, medial, also in gerader Linie zwischen hinterem Scheidenausgang und After, oder medio-lateral, also zwischen den beiden erstgenannten Positionen. Egal welche Schnittführung: wir versuchen in nahezu allen Situationen, einen Dammschnitt zu verhindern! Auch im Falle einer vaginal-operativen Entbindung durch Geburtslöffel (Forcerps) oder einer vaginales Geburt aus Beckenedlage erhalten Sie nur extrem selten einen Dammschnitt. Dies entspricht dem Resultat wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre, in denen gezeigt werden konnte, dass Dammrisse besser heilen als Dammschnitte. Sollte der Damm verletzt werden, geschieht dies daher besser durch einen Dammriss und nicht durch einen künstlich herbei geführten Schnitt. Nur in sehr ausgewählten Situationen kann ein Dammschnitt nötig werden, nämlich dann, wenn es dem Kind unter der Geburt schlecht geht und der Damm das Kind daran hindert auf die Welt zu kommen. Diese Fälle sind allerdings die große Ausnahme. Auf unsere niedrige Episiotomierate (2,75 %, im Gegensatz zu 30,4% in Hessen) sind wir daher stolz!

Dennoch kann es vorkommen, dass das Scheiden- und Dammgewebe während der Geburt des Babys nicht nur gedehnt wird, sondern auch nachgibt und reißt. Wichtig für Sie zu wissen ist, dass dies immer auf dem Höhepunkt einer Wehe geschieht und Sie daher kaum etwas davon spüren werden. Und dass das Gewebe nie weiter einreißt, als es unbedingt notwendig ist!

Falls es zu einer Dammverletzung gekommen ist, nähen wir die Wunde mit selbstauflösbaren Fäden in Lokalanästhesie. Zusätzlich können Sie die Wunde kühlen oder Sitzbäder machen, ebenso wie Sie von uns auch im Wochenbett Schmerzmittel erhalten können, die mit dem Stillen verträglich sind.