Eizellreifung

Bei Frauen sind sogenannte Urkeimzellen  schon im frühesten Embryonalstadium im Eierstock angelegt. Sie bilden also schon im Mutterleib  eigene Eizellen, fachsprachlich Oozyten genannt. Zunächst vermehren sich diese Zellen durch Mitose, bis eine endgültige Zahl von 700.000 bis zwei Millionen Eizellen erreicht wird. Die Phase der Vermehrung ist noch vor der Geburt abgeschlossen.

Diese Eizellen enthalten wie alle unsere Körperzellen zunächst einen doppelten Chromosomensatz. Chromosomen sind die Träger unseres Erbguts. Damit eine Eizelle später  befruchtet werden kann, muss der Chromosomensatz auf den einfachen Satz reduziert werden. Nur so wird sichergestellt, dass am Ende alle Nachkommen gleichbleibend einen doppelten Satz haben, je zur Hälfte von Vater und Mutter.

Diese Reduktion durch Meiose beginnt noch während das Mädchen im Mutterleib ist.   Bei der Geburt ist der Prozess bis fast zur Hälfte       durchlaufen (Diplotän der Prophase der 1. Reifeteilung). Danach verbleiben die Eizellen, eingebettet in eine dünne Zellschicht, als kleine Vorläuferfollikel (Primordialfollikel) in einer stabilen Ruhephase (sogenanntes  GV-Stadium) bis kurz vor dem Eisprung im Erwachsenenalter.

Ablauf des Menstruationszyklus

Im Rahmen des weiblichen Zyklus reifen dann zwischen Pubertät und Menopause jeden Monat einige dieser Eibläschen zu dominanten Follikeln, also reifen Eizellen, aus (Ovarialzyklus). Es dauert mindestens 120 Tage bis aus einem kleinen Primordialfollikel ein reifer Follikel wird, der zum Eisprung bereit ist. In den letzten 14 Tagen, kommt es unter dem Einfluss des follikelstimulierenden Hormons (FSH) zur Auswahl einer kleinen Gruppe von vorgereiften Eizellen, zu diesem Zeitpunkt Antralfollikel genannt.  Dies entspricht der Follikelphase, der ersten Hälfte des Menstruationszyklus. Erst am Ende der Follikelphase verlässt die Eizelle die Ruhephase und die Meiose wird durch den Anstieg  des Hormons LH vor dem Eisprung wieder aufgenommen.

Die Eizelle kommt zunächst vom GV-Stadium in die Metaphase I. Zum Zeitpunkt des Eisprungs wird dann die Metaphase II erreicht. Nur dann ist die Eizelle befruchtungsfähig . Alle anderen ausgewählten Antralfollikel gehen am Ende des Zyklus zugrunde.

Während dies passiert, reift zur gleichen Zeit eine neue Gruppe von Follikeln heran und durchläuft die Phasen der Reifung. Nicht alle Follikel sind in der Lage alle Zyklen zu durchlaufen. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, Alterungsvorgänge und den Abbau der Zahl an Follikeln im Laufe des Lebens aufzuhalten.