Habituelle Aborte

Etwa 1-2% der Frauen mit Kinderwunsch leiden an habituellen Aborten. Die WHO definiert habituelle Aborte als drei oder mehr aufeinander folgende Schwangerschaftsverluste vor der 20. SSW. Das Geschehene stellt für die Patientin und den behandelnden Arzt eine enorme Leidensgeschichte dar, weshalb eine ausführliche Diagnostik und Therapie an einem erfahrenen Zentrum erfolgen sollte.

Es stehen verschiedene diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst sollte im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung abgeklärt werden, wann die Aborte stattfanden, ob im Vorfeld eine künstliche Befruchtung oder Hormonbehandlung erfolgte und ob es in der Familie ähnlich gelagerte Fälle gibt.

Bei diesem Erstgespräch nehmen wir uns besonders lange Zeit, um in einer ruhigen Atmosphäre alle relevanten Fragen zu stellen und uns einen ersten Eindruck über das Abortgeschehen zu machen. Dabei erfolgt auch eine Ultraschalluntersuchung, um auszuschließen, dass Auffälligkeiten im Bereich der Gebärmutter, wie Verengungen oder Polypen, vorliegen.

Neben den anatomischen Veränderungen werden im Rahmen unserer diagnostischen Abklärung auch genetische, mikrobiologische, hormonelle und gerinnungsphysiologische sowie immunologische Faktoren abgeklärt. Diese erfolgen in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen externen Zentren.

Etwa 4-6 Wochen nach der Vorstellung in der Spezialsprechstunde und nach Vorlage aller Befunde kann ein individuelles Therapiekonzept besprochen werden. Dabei gibt es eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten, die wir gerne im Gespräch erörtern und individuell für Sie auswählen.