Kostenübernahme beim Kinderwunsch

Gesetzlich versicherte verheiratete Paare haben unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Kostenbeteiligung der Krankenkassen bei Maßnahmen der künstlichen Befruchtung (Inseminationen, IVF, ICSI). Die Voraussetzungen, die Art und der Umfang der Kostenübernahme sind in den Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)  zur künstlichen Befruchtung (KB-RL) festgelegt.

 

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt  mindestens 50 Prozent der mit dem Behandlungsplan genehmigten Kosten der Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung, wenn die Versicherten das 25. Lebensjahr vollendet haben und wenn nach Auffassung des behandelnden Arztes oder der behandelnden Ärztin hinreichende Aussicht auf Erfolg besteht (§ 27a Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Die gesetzlich festgelegte Altersgrenze für die Kostenübernahme (nach § 27a Abs. 3 SGB V): liegt bei Frauen beim vollendeten 40. und bei Männern beim vollendeten 50. Lebensjahr. Einige Krankenkassen sind dazu übergegangen unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 100 % der Kosten zu übernehmen:

Link zur gesetzlichen Richtlinie zur Kostenübernahme

 

Seit 2. Juni 2017 gelten für die Kostenbeteiligung bei Intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) neue Vorgaben:

Zwei aktuelle Spermiogramme, die auf der Grundlage des Handbuchs der WHO zu „Examination and processing of human semen“ erstellt worden sind müssen eine schwere männliche Fertilitätsstörung zeigen. Neu ist, daß der Mann vor der Indikationsstellung durch eine Ärztin oder einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Andrologie“ untersucht werden muß.

Durch unsere enge interdisziplinäre Kooperation mit den Kollegen der Abteilung für Andrologie innerhalb des Universitätsklinikums, ist diese andrologische Untersuchung bereits seit langem Standard und unkompliziert ohne Zeitverlust für die Patienten möglich.

In einer von der Landesärztkammer Hessen zertifizierten wöchentlich durchgeführten interdisplinären Konferenz mit Kollegen der Andrologie, Urologie und  inneren Medizin erfolgt ein regelmäßiger, sehr zeitnaher Austausch über gemeinsame Patientinnen und Patienten, der den betroffenen Paaren schnell zu einer individuell angepassten optimalen Therapie verhilft.