Erkrankungen von Kindern

Die Untersuchung und Behandlung von kranken Kindern erfordert besonderes Einfühlungsvermögen; unser ärztliches und pflegerisches Personal ist im Umgang mit Kindern geschult und erfahren. Generell versuchen wir, die Wartezeiten für Kindern und Eltern so kurz wie möglich zu halten. In der Poliklinik und auf den Stationen finden Sie Spielbereiche, Wickelmöglichkeiten und kostenlose Getränke. Es besteht die Möglichkeit, bei notwendiger stationärer Behandlung Ihres Kindes ein Elternteil mitaufzunehmen.

Durch eine enge Kooperation mit der Kinderklinik (Pädiatrie) können auch komplexe Krankheitsbilder einschließlich einer eventuell notwendigen intensivmedizinischen Versorgung gewährleistet werden.

Im Folgenden erläutern wir einzelne Erkrankungen aus dem HNO-Bereich, die im Kindesalter besonders häufig eine stationäre Behandlung erforderlich machen:

  1. Hörstörungen im Kindesalter

    Die häufigste Ursache von Hörstörungen im Kindesalter ist eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (Paukenhöhlenerguß) und zwar zumeist aufgrund einer Verlegung des Nasenrachens durch eine vergrößerte Nasenrachenmandel. Hierdurch wird der Belüftungsweg des Mittelohres blockiert (s.u.). Seltener werden kindliche Hörstörungen durch eine Innenohrschwerhörigkeit oder sogar eine Taubheit verursacht. Dieses Krankheitsbild muß unbedingt frühzeitig erkannt und mit einem Hörgerät oder einer elektronischen Innenohrprothese (Cochlea Implantat) behandelt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie unterCochlea-Implantat.
     

  2. Vergrößerte Nasenrachenmandel („Polypen“)

    Die Nasenrachenmandel – im Volksmund auch „Polypen“ genannt – gehört zum Immunsystem und ist gerade bei den Kleinkindern bis zwei Jahren für die Ausbildung des Immunsystems von großer Bedeutung. Bei vielen Kindern ist die Nasenrachenmandel vergrößert. In Einzelfällen kann hierdurch der komplette Nasenrachen verlegt werden, so daß die Kinder nicht mehr durch die Nase atmen können und die Nase ständig läuft. Typischerweise schnarchen die Kinder nachts und es kann sogar zu Atemaussetzern kommen.

     

    Wenn die Nasenrachenmandel die Belüftungswege zum Mittelohr verlegt, kommt es zur Bildung eines Mittelohrergusses, wodurch die Kinder deutlich schlechter hören und die Sprachentwicklung sich verzögern kann. Daher ist eine operative Behandlung angeraten, bei der in Vollnarkose die Nasenrachenmandel entfernt wird. Zusätzlich wird meist ein kleiner Schnitt in das Trommelfell angelegt, über den die Flüssigkeit aus dem Mittelohr abgesaugt werden kann. Häufig ist es auch notwendig, ein sogenanntes Paukenröhrchen einzulegen, das die Belüftung des Mittelohres sicherstellt.
     

  3. Vergrößerte Gaumenmandeln

    Die Gaumenmandeln gehören wie die Nasenrachenmandel (s.o.) zum Immunsystem des Kindes und sind insbesondere im Kleinkindesalter für die Bekämpfung von Infektionen von Bedeutung. Bei einigen Kindern sind die Gaumenmandeln aber sehr stark vergrößert. Dies kann zu Schluckstörungen, kloßiger Sprache und in Extremfällen auch zu Atemstörungen (besonders im Schlaf) führen. Bei diesen Beschwerden empfehlen wir eine Verkleinerung (Mandelkappung) der Gaumenmandeln. In einer kurzen Narkose werden nur die überschüssigen Mandelanteile z.B. mittels Radiofrequenz- oder Lasertechnik entfernt. Hierdurch werden die Luft- und Speisewege erweitert, ohne die wichtige Immunfunktion der Mandel zu beeinträchtigen.
     

  4. Wiederkehrende Entzündungen der Gaumenmandeln

    Wenn die Mandeln immer wieder stark entzündet sind, ist eine Mandelkappung zur Behandlung nicht mehr ausreichend und kann sogar die wiederkehrenden Entzündungen verschlimmern. Die Mandeln haben ihre Schutzfunktion verloren und stellen mittlerweile eher ein Infektrisiko dar. In diesem Fall sollten beide Mandeln komplett entfernt werden. Da trotz Anwendung schonender Operationstechnik grundsätzlich nach Mandelentfernung ein Nachblutungsrisiko besteht, empfehlen wir die stationäre Überwachung Ihres Kindes für mehrere Tage.