Nasenscheidewand und Nasennebenhöhlen

Die Nasenscheidewand und die Nasennebenhöhlen stellen eine Funktionseinheit dar, die die eingeatmete Luft befeuchtet und erwärmt und somit einer „Klimaanlage“ im oberen Luftweg entspricht. Bei Störungen dieses Systems kann es zur Behinderung der Nasenatmung oder zu chronischen Entzündungszuständen kommen, was die Lebensqualität erheblich einschränken kann. Nachfolgend wollen wir Ihnen folgende Fragen beantworten:

  1. Welche Beschwerden deuten auf Probleme mit der Nasenscheidewand oder den Nasennebenhöhlen hin?

    Die häufigste Ursache für eine behinderte Nasenatmung ist eine Verkrümmung der Nasenscheidewand. Darüberhinaus kann eine schiefe Nasenscheidewand zu einer chronischen Nebenhöhlenentzündung führen (Rhinosinusitis).

     

    Es gibt aber auch unabhängig von der Form der Nasenscheidewand chronische Entzündungen der Nebenhöhlen – wie z.B. die sogenannte Polyposis nasi (Polypenbildung in der Nase).

     

    Sind konservative (nicht-chirurgische) Behandlungsansätze der chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen ohne entsprechenden Erfolg geblieben, kann eine Operation notwendig werden. Hierbei können anatomische Hindernisse, die die Belüftung der Nasennebenhöhlen beeinträchtigen, beseitigt werden, um so Belüftung und Funktion des Nebenhöhlensystems zu verbessern.
     

  2. Wozu wird eine Korrektur der Nasenscheidewand durchgeführt?

    Verkrümmungen und Normvarianten der inneren Nase, die die Funktion der Nase beeinträchtigen, sind entweder angeboren oder entstehen nach Unfällen oder als Folge von vorausgegangenen Operationen. Durch eine übermäßige Schiefstellung  der Nasenscheidewand kann es zu einer Behinderung der Nasenatmung kommen. Diese Schiefstellungen sind in der Regel nicht medikamentös zu beeinflussen und erfordern bei subjektiver Beeinträchtigung (unzureichende Nasenatmung, Schnarchen, Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit) eine Korrektur der Nasenscheidwand. In Einzelfällen können durch eine behinderte Nasenatmung auch chronische Entzündungen der Mittelohren bedingt sein, so daß zunächst eine Begradigung der Nasenhaupthöhle erfolgen muß, damit die nachfolgende Ohroperation ein gutes Behandlungsergebnis erzielt.
     

  3. Wie läuft eine Nasennebenhöhlenoperation ab?

    Früher waren Eingriffe an der Nase für Patienten sehr belastend, da über Schnitte von außen operiert werden mußte. Inzwischen werden Nasennebenhöhlenoperationen nur in besonderen Ausnahmefällen „offen“ operiert. Stattdessen hat sich die endonasale Chirurgie der Nasennebenhöhlen in Deutschland durchgesetzt, bei der allein durch die Nasenlöcher operiert wird. Durch die schonendere Operationstechnik werden einerseits sichtbare Narben verhindert und andererseits die Wundheilung durch geringere Gewebsverletzungen erleichtert.

     

    Es gibt heutzutage sehr schonende Operationsmethoden mithilfe von Mikroskopen und Endoskopen. Insbesondere die funktionell-endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie („functional endoscopic sinus surgery“ = FESS) zeichnet sich dadurch aus, dass durch den Einsatz von Endoskopen und Kameras die Operation unter genauer Sichtkontrolle durchgeführt werden kann. Mithilfe dieser Techniken der „Schlüsselloch-Chirurgie“ kann man sozusagen schonend „um die Ecke“ arbeiten. In vielen Fällen kann sogar im Anschluß an die Operation auf eine Tamponade der Nase verzichtet werden.
     

  4. Wie kann man nach der Operation zum Heilerfolg beitragen?

    Solange sich noch Wundkrusten in der Nase bilden (3-4 Wochen),  ist die Anwendung von Salben und Nasenspülungen ratsam.

     

    Sie werden hierfür bei Entlassung ein Rezept und eine eingehende Erläuterung erhalten. Des Weiteren sollte die Wundheilung HNO-ärztlich überwacht werden. Hierzu haben wir eine spezielle Sprechstunde eingerichtet (siehe Kontakt).

     

    Rauchen und Passivrauchen stören die Wundheilung erheblich und können nach einer Operation zu Entzündungen der Nasennebenhöhlen führen.
     

  5. Welche Therapiemaßnahmen können nach einer Nasennebenhöhlenoperation noch ratsam sein?

    Das bei der Operation aus der Nase entnommene Gewebe wird durch unsere Kollegen im Institut für Pathologie mikroskopisch untersucht. In Abhängigkeit von diesem Ergebnis empfehlen wir möglicherweise eine länger dauernde Anwendung von kortisonhaltigen Nasensprays oder ein ergänzende Allergiebehandlung. In Einzelfällen kann eine adaptive ASS-Desaktivierung ratsam sein. Hierzu werden Sie von uns speziell beraten.