Plastische Operationen

Ästhetik und Funktion sind im Gesichtsbereich häufig nicht zu trennen: So gehen Formveränderungen der äußeren Nase oftmals mit einer Einschränkung der Nasenatmung und des Riechvermögens einher. Formveränderungen der Ohren (z.B. „Segelohr“) dagegen beeinträchtigen insbesondere das psychische Wohlbefinden. Die plastisch-ästhetische Operation ermöglicht über die kosmetische Korrektur gleichzeitig eine Verbesserung der Form und der Funktion.

Im Gegensatz hierzu befasst sich die plastisch-rekonstruktive Chirurgie mit der kosmetischen und funktionellen Wiederherstellung nach Unfall, Tumorerkrankung oder angeborenen Fehlbildungen im Kopf-Hals-Bereich.

Plastische Operationen erfordern eine auf den Einzelfall angepaßte Behandlung, die wir gemeinsam mit dem Patienten individuell abstimmen.

Nachfolgend wollen wir Ihnen einige Fragen beantworten:
 

  1. Welche plastischen Operationen werden in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde durchgeführt?

    Das Spektrum der plastischen und wiederherstellenden Operationen im Kopf-Hals-Bereich umfasst so unterschiedliche Eingriffe wie

     

    • Operationen an der äußeren Nase (Begradigung einer Schief- oder Höckernase)

    • Ohranlegeplastik

    • Wiederherstellung von Mimik und Funktion bei Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese)

    • Narbenkorrekturen im Gesicht und am Hals

    • Entfernung von Tumoren der Kopf- und Gesichtshaut

    • Gewebetransfer (Lappenplastiken) nach Tumorerkrankungen

    • Epithesenanpassung

    • Behandlung von Besenreisern und Altersflecken.

  2. Was ist das Ziel einer Korrektur der äußeren Nase (Septorhinoplastik)?

    Asymmetrien und Normvarianten der äußeren und inneren Nase, die die Funktion der Nase beeinträchtigen, sind angeboren oder entstehen nach Unfällen oder als Operationsfolge. So kann es durch eine übermäßige Schiefstellung, Höcker- oder Sattelbildung zu einer Behinderung der Nasenatmung kommen. Zum Teil ist es aber auch das Aussehen, das zusätzlich zu einer Belastung der Patienten führt.

     

    Durch eine Operation (Septorhinoplastik) kann die Funktion und das Aussehen der Nase so verbessert werden, dass die Nasenatmung normalisiert wird. Im Rahmen dieses Eingriffs werden nicht nur Schiefstellungen der Nasenscheidewand behoben, sondern auch Veränderungen an der Nasenform vorgenommen, um eine gute Nasenatmung zu gewährleisten. In einigen Fällen muss fehlendes Gewebe von anderen Körperstellen entnommen werden (z.B. Ohr- oder Rippenknorpel), um dieses Ziel zu erreichen. Ihre individuellen Wünsche und anatomischen Gegebenheiten werden im Rahmen der Voruntersuchungen  besprochen.
     

  3. Was ist das Ziel einer Ohranlegeplastik?

    Abstehende Ohren sind für das Hören selbst nicht beeinträchtigend. Allerdings kommt es häufig zu erheblichen Störungen des Selbstbewusstseins bis hin zu schwerwiegenden psychischen Beeinträchtigungen.

    Die Veranlagung zu abstehenden Ohren ist meist angeboren. Bei einem operativen Korrektureingriff wird das Ohr so modelliert, dass die Ohren nicht mehr abstehen, die Ohren möglichst symmetrisch sind und andererseits nicht übermäßig korrigiert werden, so dass das kosmetische Ergebnis weiterhin natürlich wirkt.  Sport und wildes Toben bei Kindern sollten zunächst vermieden werden. Beim Schlafen sollte für die ersten Wochen ein Stirnband getragen werden, um die Ohren vor zu viel Belastung zu schützen. Bei Kindern wird üblicherweise empfohlen, eine Ohrmuschelkorrektur vor der Einschulung vorzunehmen, um Hänseleien vorzubeugen.
     

  4. Welche Möglichkeiten bestehen zur Rehabilitation des gelähmten Gesichts bei Fazialisparese?

    Bei Gesichtsnervenlähmungen kann oft das Augenlid nicht mehr vollständig geschlossen werden. Dadurch kann es zu  Austrocknungen der Hornhaut des Auges und zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung kommen. Um dies zu vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Augenschluss wieder zu ermöglichen oder herabhängende Unterlider zu straffen. Auch herabhängende Mundwinkel bei einer Gesichtsnervenlähmung können korrekturbedürftig sein.

    Des Weiteren kann durch spezifische Operationsverfahren die Symmetrie des gelähmten Gesichts verbessert werden.
     

  5. Welche Rehabilitationsmöglichkeiten bestehen bei Gewebedefekten im Kopf-Hals-Bereich nach Tumorerkrankungen?

    Ästhetische und funktionelle Aspekte werden schon während der Planung einer Tumorperationen berücksichtigt. Es stehen heute vielfältige Methoden zur Rekonstruktion von Gewebsdefekten zur Verfügung. Ein Beispiel für eine moderne Methode der Rekonstruktion ist der freie Gewebetransfer, bei dem Haut- und Unterhautgewebe zum Beispiel vom Unterarm mikrochirurgisch transplantiert wird. Auch ausgedehnte Defekte können mit Muskel-Haut-Transplantaten verschlossen werden. Neben der plastischen Rekonstruktion liegt das Hauptziel in der Funktionswiederherstellung von Stimme, Sprache und Schlucken.

    Ergänzend können diese Verfahren im Einzelfall mit der Anpassung von Epithesen (täuschend echt aussehenden künstliche Nasen, Ohren, etc.)  kombiniert werden.
     

  6. Werden in jedem Falle die Kosten für plastische Operationen von den Krankenkassen übernommen?

    Plastisch-rekonstruktive Eingriffe werden in der Regel von den Krankenversicherern übernommen. Bei plastisch-ästhetischen Operationen sollte die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse vor der Operation geprüft werden. Wir beraten und unterstützen Sie hierbei gern.