Schädelbasischirurgie

Mit dem Begriff „Schädelbasis“ bezeichnet man die knöcherne Grenze zwischen Gehirn und Nase/Nasennebenhöhlen (vordere Schädelbasis) sowie zwischen Gehirn und Ohr/ Halsweichteile (seitliche Schädelbasis). Durch die Schädelbasis ziehen alle 12 Hirnnerven, das Rückenmark, Arterien und Venen, die das Gehirn versorgen. Die Anatomie in diesem Bereich ist außerordentlich komplex. Hier Grenzen auch die Fachgebiete der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, der Augenheilkunde, der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie der Neurochirurgie aneinander. Erkrankungen in diesem Bereich (Tumoren, Entzündungen, Knochenbrüche, Missbildungen) sind schwer zu behandeln und können enorme funktionelle Einschränkungen für den Patienten nach sich ziehen.

Die Hals-Nasen-Ohrenklinik der Goethe-Universität Frankfurt ist ein Zentrum für Schädelbasischirurgie und als solches auf die interdisziplinäre Behandlung dieser Erkrankungen spezialisiert.

  1. Wie setzt sich unser Schädelbasisteam in Frankfurt zusammen?

    Schädelbasiseingriffe erfordern aus den oben genannten Gründen einen hohen Grad an Spezialisierung und Kenntnis. Daher werden solche Eingriffe an der HNO-Klinik nur durch ein kleines Team unter der Leitung von Professor Stöver durchgeführt. Unsere Mitarbeiter haben jahrelange Erfahrung in der Chirurgie des Felsenbeines, der Augenhöhle und der Nasennebenhöhlen.

     

    Bereits seit 2004 besteht am Klinikum der Goethe-Universität ein Schädelbasiszentrum. Hier kommen regelmäßig die Spezialisten der verschiedenen chirurgischen Fachabteilungen sowie der Abteilung für Neuroradiologie zusammen und diskutieren aktuelle Erkrankungsgeschichten. Anhand der Computertomographien und Kernspintomographien werden mögliche Zugangswege und therapeutischen Strategien diskutiert. Je nach Lage und Ausdehnung einer Schädelbasiserkrankung wird entschieden, ob eine operative Behandlung in Kombination mit einer oder mehrerer anderer Fachabteilung (Neurochirurgie Augenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie) möglich ist. Falls eine operative Behandlung nicht sinnvoll ist, bestehen Behandlungsoptionen seitens der Strahlentherapie, der Hämato-Onkologie oder der Neuro-Onkologie.
     

  2. Wie führt navigierte Chirurgie zu mehr Sicherheit für den Patienten?

    Im Rahmen schädelbasischirurgischer Eingriffe werden Computer-Systeme eingesetzt, um die Sicherheit der Operation zu erhöhen. Ein ganz wesentliches solches Assistenzsystem ist die intraoperative Navigation: Vergleichbar einem Navigationssystem im Auto wird dem Operateur in Echtzeit mitgeteilt, wo er sich im Operationsgebiet mit seinen Instrumenten befindet. Dies wird ermöglicht über ein Kamerasystem, welches das OP-Feld überwacht, sowie mithilfe von Markierungselementen, mit denen sowohl der Patient als auch die Operationsinstrumente gekennzeichnet werden. Als Karte zur Orientierung dient dabei die Schichtbildgebung (CT, MRT), die vor der Operation angefertigt wurde. Der Genauigkeit dieser Systeme liegt bei ca. 1 mm. Die Präzision der intraoperativen Navigation hilft dem Operateur, auch in kritischen Situationen und bei durch Tumorwachstum veränderter Anatomie die Übersicht zu bewahren.
     

  3. Was versteht man unter Neuromonitoring?

    Ein anderes, ebenfalls routinemäßig eingesetztes Assistenzsystem ist das Neuromonitoring, d.h. eine elektrische Überwachung von Nervenfunktionen. Ein Großteil der zwölf Hirnnerven kann auf diese Weise kontinuierlich überwacht werden