Speicheldrüsen

Der Speichel hat wichtige Funktionen im menschlichen Körper: Er hilft beim Verdauen der Nahrung, der Geschmackswahrnehmung sowie dem Schutz unserer Zähne. Bei einem gesunden Menschen produzieren die sechs großen Kopfspeicheldrüsen zusammen ca. 1,5 Liter Speichel pro Tag. Wesentliche Erkrankungen der Speicheldrüsen sind Entzündungen, Steine aber auch gut- und bösartige Tumoren, die durch den Hals-Nasen-Ohrenarzt behandelt werden.

Nachfolgend wollen wir Ihnen folgende Fragen beantworten:

  1. Welche Erkrankungen der Speicheldrüsen werden in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde behandelt?

    Die häufigsten Erkrankungen der großen Speicheldrüsen sind die Entstehung von Speichelsteinen, die den Speichelabfluß behindern und zu Schwellungen und akuten Entzündungen führen, und eine Vielzahl gut- und bösartiger Speicheldrüsentumore.
     

  2. Welche Beschwerden treten bei Speicheldrüsenerkrankungen auf?

    Schwellungen im Bereich der Wange oder im Kieferwinkel können auf Speicheldrüsenerkrankungen hinweisen. Speichelsteine verursachen typischerweise Schwellungen und Druckgefühl vor oder bei dem Essen.  Selten kann aber auch eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur auf eine Speicheldrüsenerkrankung hinweisen, da der Gesichtsnerv durch die Ohrspeicheldrüse und in der Nähe der Unterkieferspeicheldrüse verläuft.
     

  3. Wie wird der Verdacht auf das Vorliegen einer Speicheldrüsenerkrankung abgeklärt?

    Die Basis für die Abklärung einer Speicheldrüsenerkrankung ist neben der ausführlichen Befragung die klinische Untersuchung ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung des Halses, die wir direkt in unserer Poliklinik durchführen können. Gelegentlich wird eine weitere Bildgebung (Computertomographie, Kernspintomographie) erforderlich, um Speichelsteine und Tumore darzustellen. In Einzelfällen können Laboranalysen des Speichels  oder spezielle Blutuntersuchungen sinnvoll sein. Eine Probenentnahme einer kleinen Speicheldrüse aus der Unterlippe zur Befundung durch einen Pathologen wird zumeist in örtlicher Betäubung durchgeführt.
     

  4. Welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen zur Behandlung von Speichelsteinleiden?

    Speichelsteine kommen in den verschiedenen Kopfspeicheldrüsen unterschiedlich oft vor und liegen in der Regel in den Ausführungsgängen, durch die der Speichel aus der Drüse in die Mundhöhle befördert wird. Am häufigsten betroffen ist die Unterkieferspeicheldrüse. Wenn der Stein nahe an der Mundhöhle liegt, genügt in der Regel die operative Erweiterung des Ausführungsganges, um den Stein zu entfernen und eine Neubildung zu verhindern. Diesen Eingriff können wir auch in örtlicher Betäubung durchführen. Kleine Speichelsteine können auch mithilfe von Endoskopen entfernt werden. Bei größeren Steinen, die nahe der Speicheldrüse liegen, muß gelegentlich die Unterkieferspeicheldrüse entfernt werden.
     

  5. Welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen zur Behandlung von Speicheldrüsentumoren?

    Es gibt gutartige und bösartige Speicheldrüsentumore. Da jedoch bekannt ist, daß auch die häufigeren gutartigen Tumoren im Verlauf der Jahre entarten können, sollten alle Tumore der Speicheldrüsen operativ entfernt werden. Nach Durchführung aller notwendigen diagnostischen Massnahmen wird das erforderliche operative Verfahren besprochen.

     

    Es werden mikrochirurgische Techniken mit intraoperativem Nervenmonitoring angewandt, die den Erhalt des Gesichtsnerven  sicherstellen können. Beim Nervenmonitoring wird während der gesamten Operation die Funktion des Gesichtsnerven elektrisch überwacht. Im Falle einer drohenden Schädigung des Nerven wird der Chirurg gewarnt, so daß er sein operatives Vorgehen anpassen kann. Im Falle einer Erkrankung  des Gesichtsnerven selbst – beispielsweise durch Befall durch einen bösartigen Tumor – besteht die Möglichkeiten, Abschnitte des Nerven mikrochirurgisch zu überbrücken.