Erkrankungen der Nebenschilddrüse und ihre Behandlungen

Primäre Überfunktion (primärer Hyperparathyreoidismus)
Hierbei handelt es sich um eine eigenständige (autonome) vermehrte Produktion von Parathormon in einer oder mehreren vergrößerten Nebenschilddrüsen. Man spricht von einem Adenom oder einer Nebenschilddrüsenhyperplasie (Vergrößerung), was mit einer Calciumerhöhung im Blut einhergeht. Von Ihr sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Das klinisches Bild kann sehr vielfältig sein.

Es reicht von der klassischen Trias "Stein-, Bein-, Magenpein" mit z.B. Nierensteinen, Knochenschmerzen durch Entkalkung und Magengeschwüren über gering ausgeprägte Beschwerden bis hin zur Symptomlosigkeit. Im Blut finden wir sowohl den Calciumspiegel als auch das Parathormon in mehreren Kontrollen erhöht und das anorganische Phosphat niedrig. Daneben erfolgt im wesentlichen die gleiche präoperative Diagnostik wie bei anderen Erkrankungen der Schilddrüse.

Im Normalfall wird das oder werden die betroffenen Epithelkörperchen operativ entfernt.

Sekundäre / tertiäre Überfunktion (Sekundärer / tertiärer Hyperparathyreoidismus)
Hierbei handelt es sich um eine Überfunktion aller vier Nebenschilddrüsen aufgrund eines chronischem Nierenversagen oder bei normaler Nierenfunktion aufgrund einer verminderten Aufnahme von Calcium über den Darm. Des weiteren tritt diese u.a. bei Leberversagen, gestauten Gallenwegen und fehlender Sonnenlichtexposition auf.

Zunächst erfolgt in diesen Fällen nach einer ausführlichen Diagnostik meist ein konservativer Therapieversuch mit einer Diät und Medikamenten, um die Blutwerte und die begleitenden Symptome zu normalisieren. Ggf. ist jedoch auch hier die operativen Sanierung notwendig. Es erfolgt die Entfernung aller Epithelkörperchen (totale Parathyreoidektomie ), wobei auch hier Nebenschilddrüsenteilchen in die Muskulatur des Unterarms transplantiert werden (Autotransplantation).

Ein Teil des Nebenschilddrüsengewebes wird zudem eingefroren (Kryopräservation).