Erkrankungen der Schilddrüse und ihre Behandlungen

Wenn bei Ihnen eine Schilddrüsenvergrößerung ohne Knotenbildung und ohne Überfunktion vorliegt, so sprechen wir von einer :

"Diffusen Schilddrüsen-Vergrößerung oder "Struma diffusa". Falls diese lokale Beschwerden, wie Schluckstörung, Engegefühl im Hals, Luftnot oder Heiserkeit verursacht, sollte Sie operiert werden. Bei dieser Operation wird nur soviel Schilddrüsengewebe wie notwendig entfernt, damit ein normales und funktionelles Restschilddrüsenvolumen verbleibt.

Schilddrüse mit einem Knoten (Struma uninodosa)
Wurde bei Ihnen ein einzelner Knoten in der Schilddrüse nachgewiesen und stellt sich dieser in der Szintigraphie "kalt " dar, so sollte möglichst zur weiteren Abklärung eine operative Versorgung erfolgen, da ein solcher Knoten "verdächtig" eingestuft werden muss.

In einigen Fällen kann auch eine Feinnadelpunktion des Knotens durchgeführt werden, wobei eine definitive Unterscheidung in gutartige bzw. bösartige Knoten hierbei jedoch nur begrenzt möglich ist.
Letztlich liefert nur die operative Entfernung des Knotens mit anschließender feingeweblicher Untersuchung (Histologie), ein entgültiges Ergebnis.

Bei der Operation wird die betroffene Schilddrüsenseite komplett oder subtotal, d.h. bis auf einen Rest entfernt. Gleichzeitig wird die gesamte Schilddrüse auf zusätzliche Knoten hin untersucht bzw. abgetastet und diese, falls vorhanden, anschließend entfernt.
Das verbleibende Schilddrüsengewebe ist somit knotenfrei.

Schilddrüse mit mehreren Knoten (Struma multinodosa)
Befinden sich in einer vergrößerten Schilddrüse mehrere Knoten, so spricht man von einer "Struma multinodosa".
Diese entsteht vor allem bei Patienten, bei denen schon seit vielen Jahren eine Schilddrüsenvergrößerung vorliegt. Bedingt durch den Jodmangel neigt eine Schilddrüse dazu, sich im Verlauf von Jahren zunächst zu vergrößern (Struma) und im Folgenden, sich knotig umzuwandeln (Struma nodosa).

Wenn die Schilddrüsenhormone (fT3, fT4 und TSH) hierbei normal sind, so sprechen wir von einer "euthyreoten Knotenstruma ", also einer knotigen Schilddrüsenvergrößerung ohne Schilddrüsenüber- oder unterfunktion.

Bei der Operation dieser Struma ist es das Ziel, alle Knoten in der Schilddrüse so zu entfernen, dass möglichst viel normales Schilddrüsengewebe verbleibt. Man spricht dann von einer sogenannten "funktionserhaltende Schilddrüsenresektion".

Je nachdem, ob nur eine oder beide Schilddrüsenlappen knotig verändert sind, wird eine einseitige oder beidseitige "subtotale Schilddrüsenresektion" durchgeführt, wobei möglichst viel knotenfreies Schilddrüsengewebe belassen wird. Wir bevorzugen heute die einseitige totale Entfernung, die weniger befallene Seite wird subtotal entfernt (sog. Dunhill-Operation).

Manchmal muss jedoch auch eine fast totale Entfernung der Schilddrüse durchgeführt werden bei der nur wenig Gewebe übrig bleibt. ("near total Thyreoidektomie")

Diffuse autonome Schilddrüsenüberfunktion (disseminierte Autonomie)
Besteht eine Schilddrüsenüberfunktion in der gesamten Schilddrüse ohne Nachweis spezieller Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe, so sprechen wir von einer "diffusen Autonomie".

Hierbei liegen die Schilddrüsenhormone im Blut oberhalb der Norm, was sich durch einen erhöhten Pulsschlag, Herzklopfen und Herzrasen, Schwitzen oder innere Unruhe bemerkbar machen kann. Die Behandlung kann mittels einer Radiojodtherapie oder der Operation erfolgen.

Falls eine Radiojodtherapie für Sie nicht in Frage kommt, müssen Sie auf eine Operation vorbereitet werden. Dies bedeutet, dass Sie am Anfang der Behandlung ein Medikament einnehmen müssen, welches die Produktion von Schilddrüsenhormon durch den Körper hemmt (sog. Thyreostatikum ), so daß bis zum OP- Termin eine weitgehend normale Schilddrüsenfunktion erreicht werden kann.
Bei dieser Art von Operation wird fast die gesamte Schilddrüse im Sinne einer "near total Thyreoidektomie" entfernt, um einem möglichen Wiederauftreten (Rezidiv) der Erkrankung vorzubeugen.

Schilddrüsenüberfunktion mit einem Knoten (Unifokale Autonomie)
Wenn Sie einen einzelnen Knoten in der Schilddrüse haben, der szintigraphisch vermehrt Jod speichert ("heißer Knoten") und ihre Schilddrüsenhormone im Blut erhöht sind, so handelt es sich um einen Knoten, welcher eigenständig (autonom) Schilddrüsenhormon produziert, ein sog. "autonomes Adenom".

Dies bedeutet, daß Sie am Anfang der Behandlung, wie auch bei der diffusen Autonomie, ein Medikament einnehmen müssen, welches die körpereigene Produktion von Schilddrüsenhormon hemmt (sog. Thyreostatikum), so dass Sie zum Operationstermin eine weitgehend normale Schilddrüsenfunktion haben (die Hormone fT3 und fT4 sind im Normbereich). Neben der Operation gibt es noch die Möglichkeit einer alternativen Radiojodtherapie. Falls die Behandlungsform einer Radiojodtherapie für Sie nicht in Frage kommt, sollte man eine Operation durchführen.

Hierbei wird das autonome Adenom entfernt und gleichzeitig geschaut, ob noch weitere Knoten in der Schilddrüse vorhanden sind. Diese müssen ebenfalls entfernt werden. Eine Operation - unabhängig von deren Ausmaßes - bietet Ihnen dabei den Vorteil, dass der entfernte Knoten immer histologisch (feingeweblich) untersucht wird und Sie damit entgültig erfahren, ob es sich wirklich um einen gutartigen Befund handelt oder nicht.

Schilddrüsenüberfunktion mit mehreren Knoten (Multifokale Autonomie)
Wenn sie mehrere Knoten in der Schilddrüse haben, die szintigraphisch vermehrt Jod speichern ("heiße Knoten") und ihre Schilddrüsenhormone im Blut erhöht sind, so handelt es sich um Knoten, die eigenständig Schilddrüsenhormon produzieren.

Man bezeichnet diese dann als "Autonome Adenome" bzw. "Multifokale Autonomie". Neben der Operation ist auch hier die alternative Behandlungsform eine Radiojodtherapie. Wenn man Sie operiert, werden hierbei alle autonomen Adenome entfernt, um letztlich soviel "normales" Schilddrüsengewebe wie möglich zu belassen. Dies geschieht normalerweise im Sinne einer subtotalen Schilddrüsenentfernung oder in selteneren Fällen durch eine fast totale Entfernung der Schilddrüse ("near total Thyreoidektomie").Auch hier wird das entfernte Gewebe immer histologisch (feingeweblich) untersucht und somit der Beweis erbracht, ob es sich wirklich um einen gutartigen Befund handelt oder nicht.

Morbus Basedow
Liegt eine Überfunktion der gesamten Schilddrüse vor bei gleichzeitiger Erhöhung spezieller Antikörper im Blut (TRAK) , so sprechen wir von einem "Morbus Basedow" oder einer "Basedow-Struma", wenn die Schilddrüse ebenfalls gleichzeitig vergrößert sein sollte.

Diese Erkrankung kann auch mit Veränderungen an den Augen einhergehen, der sogenannten "Endokrinen Orbitopathie", wobei die Augen ein- oder beidseitig durch Einlagerungen hinter dem Augapfel mehr hervortreten als üblich.

In der Regel wird ein M. Basedow 1-1½ Jahre lang mit einem Medikament behandelt, welches die körpereigene Schilddrüsenhormonproduktion bremst (Thyreostatikum). Wird das Medikament danach abgesetzt, also ein sog. "Auslaßversuch" durchgeführt, und es kommt trotzdem wieder zu einer Überfunktion der Schilddrüse, so stehen letztlich zwei unterschiedliche Therapieoptionen zur Verfügung: Entweder Sie unterziehen sich einer Radiojodtherapie oder einer Operation.

Hierbei gehen wir so vor, dass eine ausgedehnte Schilddrüsenentfernung mit kleinem verbleibendem Schilddrüsenrest beidseits durchgeführt wird, wodurch nach heutigem Wissenschaftsstand einem Wiederauftreten der Erkrankung (Rezidiv) am besten vorgebeugt werden kann. Würde man einen zu großen Schilddrüsenrest belassen, so kann dies ggf. zu einem ungünstigen Einfluss auf den Verlauf einer bestehenden Augenbeteiligung führen.

Schilddrüsenkrebs
Hinsichtlich der Behandlung von bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse verweisen wir auf unsere onkologischen Seiten.