Nephrologie - was ist das ?

Der Nephrologe ist ein Internist mit zusätzlicher Ausbildung und Spezialisierung in der Diagnostik und (nicht operativen) Behandlung von Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Er betreut auch Patienten, die wegen endgültigen Nierenversagens mit Dialyse (Blutwäsche oder "Bauchfelldialyse") behandelt werden müssen und Patienten nach Nierentransplantation.

Die Versorgung nierenkranker Patienten erfolgt in Kooperation mit dem Hausarzt und Internisten. Ziel ist eine Verbesserung der Vorsorge und Früherkennung von Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Der Nephrologe sollte spätestens eingeschaltet werden, wenn eine Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt, besser jedoch früher, insbesondere zur Abklärung von Eiweiß (Proteinurie) oder Blut (Hämaturie) im Urin. Ergänzend erfolgt die Beratung bei schwer einstellbarem Bluthochdruck oder bei Störungen im Salzhaushalt des Körpers. Nach Diagnosestellung erfolgen Festlegung der geeigneten Behandlungen und - in Abstimmung mit dem Hausarzt - regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Eine enge Kooperation mit dem Nephrologen besteht auch in den Diabetes-Schwerpunktpraxen sowie zwischen Kinderarzt (Pädiater) und Kindernephrologen in der Betreuung nierenkranker Kinder.

Nierenerkrankungen

Die häufigsten Ursachen für die Einschränkung der Nierenfunktion und ein endgültiges Nierenversagen sind Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Bluthochdruck mit Gefäßverkalkung (Hypertonie und Arteriosklerose). Die Erkrankungen nehmen mit steigendem Lebensalter der Bevölkerung in den letzten Jahren in erschreckendem Ausmaß zu.

An hohem Blutdruck (arterielle Hypertonie) leiden in Deutschland schätzungsweise 12 Millionen Bundesbürger. Etwa 5 Millionen wissen nichts von ihrer Hochdruckerkrankung.

Circa 4 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes mellitus, bis zum Jahr 2010 rechnet man mit 6 Millionen. Die Nierenschädigung ist (wie auch die Schädigung anderer Organe) kein zwangsläufiges Endstadium dieser Erkrankung, sonder häufig Ausdruck und Folge unzureichender Behandlung oder leider auch mangelnder Kooperation der Betroffenen mit dem behandelnden Arzt.
Der weiterhin steigende Anteil der Diabetiker liegt in deutschen Dialysezentren bereits über 50 Prozent! Hier haben Prävention und Früherkennung versagt, es liegt  bereits das Endstadium einer komplexen Erkrankung vor.

Aktuell gibt es in Deutschland ca. 55 000 Dialysepatienten. 15 000 von ihnen stehen auf einer Warteliste bei Eurotransplant zu Nierentransplantation. Jährlich können bisher wegen Mangel an Spendeorganen jedoch nur wenig mehr als 2000 Patienten tranplantiert werden. Die durchschnittliche Wartezeit liegt zur Zeit bei ca. 5 Jahren.

Dialyse, Transplantation, Zystennieren

Informationen zu diesen Themen finden Sie auf den folgenden Internetseiten

Selbsthilfegruppe Familiäre Zystennieren e.V.

Nierenratgeber: Patientenratgeber

Kuratorium für Heimdialyse