Medizinische Bewertung

Verschiedene Einflussgrößen sind wichtig:

einige Laborparameter verfügen über geschlechtsspezifische Referenzbereiche. Ursachen hierfür können z. B. das Körpergewicht, die Körperoberfläche und die Muskelmasse sein (z. B. sind CK und Kreatinin von der Muskelmasse abhängig)

einige Laborparameter verfügen über altersbezogene Referenzbereiche. Im Alter steigen die Referenzwerte für z.B. Glukose, Harnstoff, Cholesterin und LDH. Es sinken die Referenzbereiche für Calcium, Phosphat, Gesamteiweiß, Albumin und Kreatinin-Clearance. Im Kindesalter bestehen gegenüber dem Erwachsenenalter im allgemeinen höhere Enzymaktivitäten (z. B. AP). Eisen, Kupfer und die Immunglobuline sind jedoch niedriger

die Ernährung beeinflusst verschiedene Analytkonzentrationen (z. B.: Harnsäure, Harnstoff, Protein, Albumin, AST, ALT und Ammoniak sind z. B. erhöht bei überwiegend eiweißreicher Kost, Albumin und Harnstoff erniedrigt bei eiweißarmer Kost; Triglyceride, AP, LDH, freie Fettsäuren, HDL-Cholesterin werden bei fettreicher Kost beeinflusst und ein Anstieg von Triglyceriden und eine Abnahme des Phosphats bei kohlehydratreicher Kost beobachtet)

in Abhängigkeit von der eingesetzten Methode und ihrer Spezifität werden einige Laborparameter durch Medikamente (auch Vitamine) erhöht (z. B können Carbamazepin, Erythromycin, orale Kontrazeptiva, Oxacillin und Phenytoin zu einer Erhöhung der Gamma-GT führen) oder erniedrigt

die ethnische Zugehörigkeit kann z. B. bei der Häufigkeitsverteilung der Blutgruppenmerkmale und bei dem Phänotyp bestimmter Plasmaproteine und der Proteinkonzentration (z. B. bei Haptoglobin und Alpha1-Antitrypsin) eine Rolle spielen. Die Anzahl der Leukozyten kann z. B. niedriger sein (z. B. bei Farbigen im Vergleich zu Weißen)

circadiane Schwankungen finden sich bei einigen Laborparametern wie z. B. Cortisol und Eisen. In der Bestimmung des Eisens sind auch sehr starke Schwankungen von Tag zu Tag nachweisbar (siehe Tabelle unten)

adipöse Menschen können z. B. höhere Werte für Harnsäure, Cholesterin, LDH, Insulin und postprandiale Glukose haben als unter- oder normalgewichtige Personen

Bettruhe kann z. B. zu einer vermehrten Ausscheidung von Natrium, Calcium, Chlorid, Phosphat und Ammonium führen

Schwangerschaft kann zu einer Zunahme von: AP, Cholesterin, Triglyceride, Kupfer, Coeruloplasmin, Transferrin, Leukozytenzahl, Progesteron, östradiol, östriol, Prolaktin; Neuauftreten von hCG und ?1- Fetoprotein oder z. B. zu einer Abnahme von Eisen, Magnesium, Calcium, Gesamteiweiß, Albumin, Cholinesterase, Hämoglobin, Hämatokrit, E