Funktion der PAX Transkriptionsfaktoren in malignen Gehirntumoren

Die Rolle der PAX Transkriptionsfaktoren wurde bei einer Vielzahl von  Neoplasien beschrieben, u.a. dem Nierenzellkarzinom, dem Melanom und dem kleinzelligen Bronchialkarzinom. Während der Karzinogenese reaktivieren die Tumorzellen Signalwege, welche physiologischerweise während der Morphogenese des Embryos aktiv sind. Insbesonders PAX2 und seine Homologen PAX5 und PAX8 haben hier eine wichtige Funktion.

In der embryonalen Entwicklung von Gehirn und Urogenitalsystem hat der Transkriptionsfaktor  PAX2 eine bedeutende antiapoptotische und proliferationsfördernde Wirkung. Im adulten Gehirn wird PAX2 fast vollständig herunterreguliert. Hirneigene Neoplasien exprimieren jedoch PAX2 sowie PAX5 und PAX8 zu einem hohen Prozentsatz. Neuerdings gibt es Hinweise, dass die Reexpression dieser Transkriptionsfaktoren bei hirneigenen Tumoren, ähnlich wie es bei den Neoplasien des Urogenitaltrakts schon gezeigt werden konnte,  funktionell eine wichtige Rolle spielen könnte. Eine mögliche Blockade dieses Transkriptionsfaktors z.B. mittels synthetischer siRNAs könnte eine zukünftige Unterstützung der Chemotherapie dieser Hirntumoren darstellen und so den Therapieerfolg für viele Patienten positiv beeinflussen.