Neuronavigation

Zahlreiche Studien haben belegt, daß eine möglichst vollständige Entfernung von Hirntumoren prognostisch günstig ist, auch wenn eine Nachbehandlung erfolgen muß. Da zum einen gesundes Hirngewebe während der Operation geschont werden muß und daher keine operative Entfernung mit einem „Sicherheitsabstand“ durchgeführt werden kann, und zum anderen auch die Verwendung von Operationsmikroskopen die Grenze von gesundem und krankhaftem Hirngewebe nicht immer sicher ermöglicht, wurden verschiedene Techniken entwickelt und in der Hirntumorchirurgie verwendet. In unserer Klinik stehen zwei unterschiedliche Navigationssysteme der führenden Hersteller zur Verfügung.

Die Neuronavigation ist, ähnlich einem Navigationsgerät im Auto, ein Hilfsmittel, welches während der Operation in Echtzeit anzeigt, wo sich z.B. ein vom Operateur in der Hand gehaltenes Zeigegerät (Pointer) befindet. Der Operateur sieht diesen Pointer auf einem Kernspintomogramm des Patienten und kann dadurch einerseits den Weg zum Tumor besser planen und andererseits die Resektionsgrenzen genau festlegen. Diese Technik wurde bei uns als einer der ersten Kliniken Deutschlands eingesetzt und weiterentwickelt.
Die Neuronavigation ist heute aus der Hirntumorchirurgie nicht mehr wegzudenken. Limitation der Neuronavigation ist, daß sie ihre Genauigkeit verlieren kann, wenn der Tumor bereits zu weiten Teilen entfernt ist. Daher können weiterhin Tumorreste unerkannt verbleiben.