FRANKFURTER UNIVERSITÄTSMEDIZIN ERNEUT SPITZE IN HESSEN UND RHEIN-MAIN

Kürzlich ist im Magazin Focus die vielbeachtete Liste von „Deutschlands Top-Ärzten“ erschienen.

Im Fachgebiet Hirntumoren werden gleich zwei Ärzte des Universitätsklinikums in diesem Jahr neu zu den führenden Medizinern in Deutschland gezählt: Prof. Volker Seifert und Prof. Joachim P. Steinbach

Im Sonderheft Gesundheit Juli/August 2018 findet sich auf knapp 140 Seiten eine Aufstellung Deutschlands bester Mediziner, nach den Bewertungen von Kollegen und Patienten. Auch in diesem Jahr kommen die meisten Ärzte in Hessen und dem Rhein-Main-Gebiet wieder aus der Frankfurter Universitätsmedizin: Mit 36 Medizinern sind es sogar noch einmal fünf mehr als im Jahr davor.

Die Ärzteliste wird von Focus-Redakteuren erstellt, die über Monate Interviews mit Medizinern, Patientenverbänden und Selbsthilfegruppen führen. Zudem berücksichtigen sie die Anzahl von Fachveröffentlichungen der einzelnen Ärzte.

Die Frankfurter Universitätsmedizin stellt erneut die meisten Ärzte innerhalb Hessens und des Rhein-Main-Gebiets auf der Focus-Bestenliste. Dabei konnte der Spitzenwert vom letzten Jahr noch einmal übertrumpft werden.

Kürzlich ist im Magazin Focus die vielbeachtete Liste von „Deutschlands Top-Ärzten“ erschienen. Im Sonderheft Gesundheit Juli/August 2018 ndet sich auf knapp 140 Seiten eine Aufstellung Deutschlands bester Mediziner, nach den Bewertungen von Kollegen und Patienten. Auch in diesem Jahr kommen die meisten Ärzte in Hessen und dem Rhein-Main-Gebiet wieder aus der Frankfurter Universitätsmedizin: Mit 36 Medizinern sind es sogar noch einmal fünf mehr als im Jahr davor. „Wir freuen uns über das sehr positive Ergebnis und nehmen es als Ansporn, weiter intensiv am Erreichen unserer strategischen Ziele in der Krankenversorgung zu arbeiten“, erklärt Prof. Järgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt.

Neun Mediziner stehen neu für die Universitätsmedizin Frankfurt auf der Liste: Dr. Andreas Pinter wird für die Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte) als Toparzt gelistet, Prof. Sven Becker für gynäkologische Operationen und Prof. Thomas Walther für die Herzchirurgie. Ebenfalls neu vertreten sind PD Dr. Eva Valesky für das Fachgebiet Venenleiden, Dr. Manfred Weisz aus der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim für die Kinderorthopädie sowie Prof. Harald Burkhardt für die Rheumatologie. Im Fachgebiet Hirntumoren werden gleich zwei Ärzte des Universitätsklinikums in diesem Jahr neu zu den führenden Medizinern in Deutschland gezählt: Prof. Volker Seifert und Prof. Joachim P. Steinbach. Außerdem neu auf der Liste ist Prof. Frank Schwarz aus dem Carolinum in der Implantologie. Insgesamt ist die Frankfurter Universitätsmedizin in den übergeordneten Kategorien Allergien, Atemwege und Haut, Gynäkologie und Geburt, Herz und Gefäße, Hören und Sehen, Hormone und Stoffwechsel, Knochen und Gelenke, Krebs, Magen, Darm und Bauch, Männergesundheit, Neurologie sowie Zähne vertreten.

Die Ärzteliste wird von Focus-Redakteuren erstellt, die über Monate Interviews mit Medizinern, Patientenverbänden und Selbsthilfegruppen führen. Zudem berücksichtigen sie die Anzahl von Fachveröffentlichungen der einzelnen Ärzte.

Blutdruck herunterfahren, um Hirngefäße zu reparieren

Expertenteam stellt neue Methode zur Operation schwieriger Hirngefäß-Aneurysmen vor

Das Expertenteam der RVP-Therapie am Universitätsklinikum Frankfurt vor dem Mikroskop, das während des Eingriffs verwendet wird

(v.l.n.r.): Prof. Jürgen Konczalla, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, PD Dr. Haitham Mutlak, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Prof. Stephan Fichtlscherer, Stellvertretender Direktor der Klinik für Kardiologie, Dr. Ulrich Strouhal, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, und Prof. Volker Seifert, Direktor der Klinik für Neurochirurgie.

Experten aus Neurochirurgie, Kardiologie und Anästhesiologie des Frankfurter Universitätsklinikums haben in einer weltweit ersten interdisziplinären Studie eine alternative unterstützende Methode, die im Rahmen der Chirurgie von schwierigen Hirngefäß-Aneurysmen eingesetzt wird, untersucht.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellte das Verfahren unter der Überschrift „Das rasende Herz hilft dem Hirn“ am 4. April in ihrem bundesweiten Wissenschaftsteil vor.

Bei der neuen Aneurysma-Therapie hat das Frankfurter Team mittels einer passageren Schrittmacherstimulation die Frequenz des Herzschlages kurzfristig extrem beschleunigt, um hierdurch kontrolliert für eine kurze Phase während des operativen Eingriffs einen bewusst sehr niedrigen Blutdruck zu erreichen.

Diese elegante und zugleich anspruchsvolle Technik ermöglicht die effektive und sichere Behandlung von besonders komplexen Hirngefäßaneurysmen und könnte die bisher verwendeten Verfahren ersetzen. Aneurysmen sind angeborene oder erworbene Aussackungen von Blutgefäßen, die im Vergleich zu gesunden Gefäßabschnitten dem normalen Blutdruck nicht immer standhalten können und in seltenen Fällen durch ein Platzen des Aneurysmas zu einer schweren Hirnblutung führen.

Geplatzte (rupturierte) Aneurysmen im Gehirn sind für circa 15 Prozent der Schlaganfälle verantwortlich. Diese Blutungen können massive Schäden im Gehirn verursachen und verlaufen in vielen Fällen tödlich. Entdecken Ärzte ein nicht geplatztes Aneurysma bereits vor einer Ruptur, können sie durch eine Operation oder dank einem Eingriff über den Gefäßweg dieses ausschalten und somit unschädlich machen.
Große und komplexe Aneurysmen können zu einem großen Teil nur über eine Operation dauerhaft und effektiv verschlossen werden. Dafür wird das Aneurysma mit einem oder mehreren Titanclips unter dem Operationsmikroskop verschlossen und damit die Gefahr einer Ruptur beseitigt. Diese Eingriffe sind jedoch nach Lage, Größe und Struktur des Aneurysmas unterschiedlich komplex bzw. anspruchsvoll. Das zentrale Problem bei diesem Eingriff besteht darin, vor allem bei einem großen, prall mit Blut gefüllten Aneurysma, den oder die Aneurysmaclips sicher zum Verschluss des Aneurysmas platzieren zu können.


Bei diesen schwierigen Fällen werden bislang Methoden eingesetzt, die entweder in der Effektivität begrenzt sind oder eine hohe Komplikationsrate aufweisen. 

WEGWEISENDE INTERDISZIPLINÄRE STUDIE

3D-Angiographie eines komplexen Hirngefäßanauerysmas vor (links) und nach (rechts) mikrochirurgischem Verschluß unter RVP

Das Universitätsklinikum Frankfurt hat jetzt in einer wegweisenden interdisziplinären Studie ein alternatives Verfahren, dass als Rapid Ventricular Pacing (RVP) bezeichnet wird, im Rahmen der Operation komplexer Aneurysmen eingesetzt. In der modernen Kardiologie stellt diese Methode bereits ein etabliertes Verfahren dar, zum Beispiel beim Ersatz der Aortenklappe über den Gefäßweg.

Um dieses Verfahren bei Hirngefäßaneurysmen einzusetzen, wird über eine Vene ein temporärer Herzschrittmacher in die rechte Herzkammer eingebracht. Hiermit ist das Team in der Lage, den Herzschlag des Patienten kontrolliert kurzzeitig sehr stark zu beschleunigen, was zu einem deutlichen,  aber präzise steuerbaren Absinken des Blutdrucks führt. Durch diesen gezielten Blutdruckabfall wird eine nahezu vollständige Blutleere in dem zu behandelnden Aneurysma erreicht, wodurch es dem Operateur möglich ist, auch große und komplexe Aneurysmen erfolgreich und sicher mikrochirurgisch zu verschließen – so die Ergebnisse der Studie, die im renommierten amerikanischen Wissenschaftsmagazin „Journal of Neurosurgery“ veröffentlicht worden sind. 

Die Frankfurter Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass diese Methode der neue Standard bei der Behandlung komplexer Hirnaneurysmen werden kann.