Lie­be Pa­ti­en­ten und Pa­ti­en­tin­nen,

auf den fol­gen­den Sei­ten möch­ten wir Sie über die Mög­lich­keit ei­ner Trans­ar­te­ri­el­le Chemoper­fu­si­on (TACP) in­for­mie­ren.

Das The­ra­pie­ver­fah­ren der TACP ba­siert auf der se­lek­tiv re­gio­na­len Ap­pli­ka­ti­on ei­ner che­mo­the­ra­peu­ti­schen Sub­stanz. Da­her stel­len die Zy­to­sta­tik­akon­zen­tra­ti­on in­ner­halb ei­nes Tu­mors die ent­schei­den­den Pa­ra­me­ter dar, die das Aus­maß der Tu­mor­zer­stö­rung de­fi­nie­ren.

Ab­lauf der Be­hand­lung

Der Pa­ti­en­ten wird vor je­dem Ein­griff über mög­li­che Ri­si­ken und Ne­ben­wir­kun­gen der ar­te­ri­el­len In­ter­ven­ti­on und der Zy­to­sta­ti­kaap­pli­ka­tio­nen auf­geklärt. Um Akut­be­schwer­den in Form von Ober­bauch­schmer­zen oder Übel­keit wäh­rend der TACP zu re­du­zie­ren, wird dem Pa­ti­en­ten über ei­nen in­tra­ve­nö­sen Zu­gang ein Opio­id und ge­ge­be­nen­falls auch Glu­ko­kor­ti­koide ver­ab­reicht.
Nach Lo­kalan­äs­the­sie er­folg­te die Punk­ti­on der A. fe­mo­ra­lis in Sel­din­ger-Tech­nik. Zur An­wen­dung kommt in der Re­gel ei­ne sehr klei­ne 4-F-Schleu­se Die Ka­the­te­ri­sie­rung er­folg­te haupt­säch­lich mit
Pig­tail-, Re­ne­ga­de- , Co­bra-, Si­de­win­der- und Head­hun­ter-Ka­the­tern.
Nach ei­ner ori­en­tie­ren­den Ober­bauch­an­gio­gra­fie wird der Ka­the­ter se­lek­tiv im Trun­cus coelia­cus plat­ziert, wo­durch die Chemoper­fu­si­on ei­nes mög­lichst gro­ßen Teils des Tu­mor­ge­we­bes si­cher­ge­stellt wird. In un­se­rer Ab­tei­lung ver­wen­den wir zur su­per­se­lek­ti­ven Son­die­rung
der tu­mor­ver­sor­gen­den Gefäße ei­nem ko­axia­len Tra­cker-Ka­the­ter.
An­schlie­ßend wird über ei­ne Stun­de mit­tels ei­ner Per­fu­sor-Pum­pe die Che­mo­the­ra­peu­ti­ka Mito­my­cin C und Gemci­ta­bi­ne in ei­ner Do­sie­run­gen von 8,5mg/m2 bzw. 1000mg/m2
KOF ver­ab­reicht. Nach Ab­schluß der trans­ar­te­ri­el­len Chemoper­fu­si­on wird Ka­the­ter und
Schleu­se ent­fernt und die Pa­ti­en­ten mit ei­nem Druck­ver­band für 6 Stun­den ver­sorgt und über­wacht.
Die kom­plet­te TACP-Be­hand­lung be­inhal­tet die an­gio­gra­phisch ge­steu­er­te Chemoper­fu­si­on so­wie ei­ne MRT-Nach­kon­trol­le am glei­chen Tag und ei­ne CT-Nach­kon­trol­le oh­ne Kon­trast­mit­tel­ga­be 24 bis 48 Stun­den nach dem Ein­griff.
Ty­pi­scher­wei­se wird die TACP 2-3 mal im Ab­stand von je­weils vier Wo­chen durch­ge­führt.

The­ra­pie­er­folg

56-jäh­ri­ger Pa­ti­ent mit dif­fus in­fil­trie­ren­dem Pan­kre­as­kar­zi­nom im Be­reich der Le­ber­pfor­te. In der Le­ber zeig­ten sich in den T2-Se­quen­zen drei kleinno­dulre Me­ta­sta­sen (nicht dar­ge­stellt; im Ver­lauf „com­ple­te re­spon­se“). Aus­gangs­be­fund, MRT T1 na­tiv.

Der­sel­be Be­fund nach sie­ben­ma­li­ger TACP. Der vor­ma­lig tu­mo­rös veränder­te Be­reich kommt ho­mo­ge­ni­siert zur Dar­stel­lung. Bild­mor­pho­lo­gisch ist kein Tu­mor mehr nach­weis­bar.

9-Mo­na­te nach der TACP zeich­net sich kein Tu­mor mehr. Hier be­stätigt sich die „com­ple­te re­spon­se“