Labor für Molekulare Strahlenbiologie

Das Labor für Molekulare Strahlenbiologie dient der Durchführung experimenteller Forschungsarbeiten zu den Grundlagen der zellulären Strahlenwirkung. Zielsetzung ist die Charakterisierung von Schlüsselmolekülen und Prozessen der strahlen- induzierten Zellinaktivierung und deren gezielte Modulation als Ausgangspunkt für neue Strategien zur Steigerung der therapeutischen Breite der Strahlentherapie. Dabei ist das Labor für molekular- und zellbiologische Ansätze einschließlich gentechnischer Arbeiten der Stufe 1 (S1) eingerichtet. Die etablierten Methoden umfassen quantitative PCR (TaqMan-PCR), Western Blot- und ELISA-Analysen, Immunhistochemie, Durchflußzytometrie, RNA-Interferenz-Technologien (siRNA, shRNA, miRNA), tierexperimentelle Ansätze und Zellkultur. Für die Durchführung der Bestrahlungsexperimenten stehen die Linearbeschleuniger der Klinik und ein Hochpräzisions-Bestrahlungsgerät für Kleintiere zur Verfügung.

Hochpräzisions-Bestrahlungsgerät für Kleintiere

Erst seit kurzer Zeit existieren Hochpräzisions-Bestrahlungsgeräte zur Bestrahlung kleinster Zielvolumina in Tiermodellen. Ein derartiges Gerät (Small Animal Radiation Research  Platform: SARRP)steht seit Kurzem dem Labor für Strahlenbiologie zur Verfügung. Diese Gerät bieten die Möglichkeit die klinische Situation näher zu reflektieren, da es erstmals möglich ist auch in Nagern bildgestützte Zielvolumendefinitionen und eine bildgeführte Positionierung umzusetzen. Mittels eines dezidierten Planungssystems können dabei Kleinfeld- oder Tumor-Teilbestrahlungen durchgeführt werden, die erstmals eine Analyse strahlenbiologischer, immunologischer und tumorbiologischer Effekte der Radiotherapie in klinisch relevanten Tumormodellen (orthotop/spontan) ermöglichen. Darüber hinaus bietet das Gerät die Möglichkeit neue Diagnostika und Behandlungsoptionen einschließlich innovativer molekular zielgerichteter Medikamente/aktiver Substanzen in Kombination mit Strahlentherapie zu untersuchen. Zusätzlich minimiert die hochpräzise Strahlführung die Toxizität in den Tieren und ermöglicht eine bisher nicht erreichte Schonung des Normalgewebes.