Nebenwirkungen

Obwohl wir die Strahlenbehandlung so schonend wie möglich durchführen, lassen sich akute Reaktionen nicht immer vermeiden. Das Ausmaß hängt von Größe und Lokalisation des Bestrahlungsfeldes, von der Gesamt- und Einzeldosis sowie von Ihrem Allgemeinzustand ab. Beim Erstgespräch wird Sie der Arzt informieren, welche Beschwerden bei Ihrer Erkrankung möglich sind.

Vorübergehende Reaktionen

Während der Strahlenbehandlung sind z.B. Müdigkeit, leichte Übelkeit, oder Appetitlosigkeit. Sie lassen sich mit Medikamenten lindern und bilden sich nach der Strahlentherapie bald zurück.

Was können Sie selbst tun?

  • Wenig Alkohol trinken: der Abbau des Alkohols belastet den Körper und kann die Verträglichkeit der Behandlung verschlechtern.
  • Ernähren Sie sich gesund: frisches Obst und Gemüse, regelmäßig Fleisch und Fisch. Meiden Sie Lebensmittel, die Sie nicht vertragen.
  • Nehmen Sie keine extrem hochdosierten Vitamine während der Strahlentherapie zu sich (sie könnten die Strahlenwirkung abschwächen).
  • Betätigen Sie sich während der Bestrahlung regelmäßig leicht körperlich (z.B. spazieren gehen), soweit Sie sich das zutrauen.
  • Besprechen Sie alle Veränderungen, die Sie an Ihrem Körper bemerken (z.B. Schmerzen, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit o.a.) mit uns.

Manchmal sind zusätzliche Behandlungen nötig, um die Verträglichkeit der Strahlentherapie zu gewährleisten:

  • Schmerztherapie, Medikamente gegen Übelkeit
  • Antibiotika gegen Entzündungen, Infusionen
  • Ernährungsbehandlung bei Schluckbeschwerden und/oder starkem Gewichtsverlust (manchmal auch über eine Magensonde, sog. PEG).
  • Blutübertragungen (Transfusionen)

Hautrötung

Die Hautreaktion beginnt meist 2 bis 3 Wochen nach der ersten Bestrahlung und wird dann allmählich stärker. Die Haut ist nun sehr empfindlich. Der Höhepunkt wird zum Ende der Bestrahlung oder in der ersten Woche danach erreicht. Nach 3 bis 4 Wochen klingt die Reaktion fast immer wieder vollständig ab.

Was können Sie selbst tun?

  • Vermeiden Sie parfümierte Seifen oder Deos. Die bestrahlte Haut ist sehr empfindlich. Verwenden Sie stattdessen klares Wasser, evtl. Babyseife.
  • Vermeiden Sie enge oder scheuernde Kleidungsstücke, zu heißes oder zu kaltes Wasser.
  • Nehmen Sie während der Behandlung und bis zu 4 Wochen danach keine Vollbäder und duschen Sie nur kurz. Beim Abtrocknen die Haut nicht reiben, sondern trocken tupfen. Achten Sie auf die Markierungen.
  • Manche Patienten empfinden es als angenehm, die Haut leicht einzucremen.
  • Vermeiden Sie starke Sonneneinstrahlung, besonders auf die Haut im Bestrahlungsfeld
  • Sprechen Sie uns bei Unklarheiten oder Beschwerden an. Wir beraten Sie gerne.

Mindestens einmal pro Woche wird die Haut im Bestrahlungsfeld genau von Ihrem betreuenden Arzt untersucht. Je nach Erkrankung und Beschwerden wird er Ihnen Möglichkeiten der Linderung empfehlen.

Reaktionen nach der Strahlenbehandlung

Veränderungen im gesunden mitbestrahlten Gewebe können sich Monate bis Jahre nach der Behandlung ausbilden, z.B. Hautverfärbungen oder Verhärtungen des Unterhautfettgewebes. Meistens bleiben diese Veränderungen bestehen. Durch den Einsatz immer präziserer Medizintechnik und dank langjähriger Erfahrung in der Strahlentherapie treten Spätfolgen selten auf.

Onkologische Rehabilitation

Oft sind Patienten nach einer intensiven Krebsbehandlung für längere Zeit geschwächt. Zum Teil bestehen auch nach Ende der Therapie noch für einige Wochen leichte Nebenwirkungen. Um möglichst schnell wieder gesund und leistungsfähig zu werden, kann eine spezielle Rehabilitation sinnvoll sein. Es gibt mehrere, auf die Nachbehandlung nach Krebserkrankungen spezialisierte Reha-Kliniken. Falls Sie diese Möglichkeit nutzen möchten, sprechen Sie uns bitte an. Wir vereinbaren für Sie dann eine Beratung bei unserem Sozialdienst, der alle weiteren Formalitäten für Sie erledigt.