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14.09.18

Suizid: globale Herausforderungen und Frankfurter Lösungsansätze

„Großstadt, Arbeitsleben und suizidales Verhalten“ – das ist das Thema der 2018 in Frankfurt stattfindenden Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Hochkarätige internationale Referenten diskutieren neuste Forschungserkenntnisse und die ersten Erfahrungen der Modellversuche zur Suizidprävention am Standort Frankfurt.

10.000 Menschen begehen in Deutschland jährlich Suizid. Gehören die Bedingungen der Großstadt und der heutigen Arbeitswelt zu den zentralen Faktoren? Unter anderem mit dieser Frage beschäftigt sich vom 14. bis 16. September in Frankfurt die Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention – Hilfe in Lebenskrisen e.V. (DGS). Der Kongress findet kurz nach dem Welttag der Suizidprävention am 10. September statt.
Auf der Tagung diskutieren hochkarätige nationale und internationale Experten die aktuellsten Forschungserkenntnisse zum Thema Suizidalität und Suizidprävention. Einen wichtigen Input dazu gibt der Vortrag des renommierten israelischen Forschers Prof. Gil Zalsman, Direktor des Geisa Mental Health Centers in Petach Tikva, zum Thema: „Evidence-based suicide prevention: what works and what not“.
Der Standort Frankfurt bietet sich für die diesjährige Tagung an, weil hier im Zusammenschluss zahlreicher Akteure ein umfangreiches Modellprojekt zur Suizidprävention entwickelt und umgesetzt wird. Die ersten Erfahrungen werden ebenfalls auf der Tagung vorgestellt und bewertet. „Wir freuen uns sehr, dass die Tagung bei uns an der Universitätsmedizin Frankfurt zu Gast ist. Das bestätigt den großen Einsatz unserer Psychiatrie und der Stadt Frankfurt insgesamt für die Suizidprävention“, erklärt Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt.

Hohe Suizidraten – weltweit und in Deutschland
Die Anzahl der Suizide pro Jahr wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit auf 800.000 Fälle geschätzt. Auch in Deutschland sind die Zahlen erschreckend. „In der Bundesrepublik sterben in jedem Jahr mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen“, erläutert Prof. Barbara Schneider, Vorsitzende der DGS und des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland. Zu den etwa 10.000 Suiziden kommen weit über 100.000 Menschen, die jährlich einen Suizidversuch begehen.

Um diesen Zahlen entgegenzuwirken, engagiert sich die DGS auf verschiedenen Ebenen. Diese Gesellschaft will einen Beitrag dazu leisten, Suizidalität besser zu verstehen und Konzepte adäquater Hilfen zu erarbeiten. Die DGS fördert die nationale und internationale Vernetzung, die Schaffung neuer Einrichtungen zur Suizidprävention und die Forschung. Außerdem engagiert sich die DGS in der Aus- und Weiterbildung sowie in der Aufklärung der Öffentlichkeit. Zur Förderung der Suizidprävention hat sie 2001 das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland gegründet, indem Experten aus einer Vielzahl von Verbänden (zum Beispiel Fachgesellschaften aus dem Gesundheitsbereich und aus Angehörigenorganisationen) zusammenarbeiten und Perspektiven für die Suizidprävention in Deutschland entwickeln. Im Sinne des diesjährigen Mottos des Welttages der Suizidprävention „Hand in Hand für Suizidprävention“ ist das Nationale Programm schon von Beginn an ein kooperatives Projekt. 2018 wurde unter anderem die Internetseite des Nationalen Suizidpräventionsprogramms neugestaltet und ausgebaut (www.suizidprävention-deutschland.de). Unter dieser Internetseite finden Interessierte eine Vielzahl von Informationen.

„In der Suizidprävention hat es in Deutschland im Verlauf des letzten Jahres Fortschritte gegeben, die nicht zuletzt auf das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland zurückzuführen sind“, betont Prof. Schneider. 2017 hat das Bundesministerium für Gesundheit entschieden, mit bis zu 3,5 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 Projekte für Aufklärung und Forschung zur Suizidprävention zu fördern. Außerdem hat der Bundestag einen Beschluss gefasst, in dem mehr Aufklärung, Hilfen und Forschung zum Thema verlangt werden.

Renommierte Experten erläutern die Auswirkungen des Stadtlebens auf die Psyche
Im Zentrum der diesjährigen Herbsttagung der DGS stehen die Auswirkungen des Großstadtlebens und der Arbeitswelt auf die psychische Gesundheit.
Dazu referiert unter anderem Prof. Andreas Meyer-Lindenberg, Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit. Er hat gemeinsam mit anderen Forschern festgestellt, dass das Leben in der Großstadt die Funktionsweise und Strukturen unseres Gehirns sichtbar verändert. Dadurch ist zum Beispiel die Gefahr, an einer Depression zu erkranken, in der Stadt um 40 Prozent höher als auf dem Land. Weitergehende Forschung soll herausfinden, welche konkreten Einflüsse für diese Veränderungen verantwortlich sind. Prof. Meyer-Lindenberg plädiert dafür, die Forschungserkenntnisse auch in die Stadtplanung einfließen zu lassen: Wie lässt sich die Stadt auch für die Psyche gesünder und lebenswerter gestalten?
Eine ähnliche Perspektive nimmt auch PD Dr. Mazda Adli, Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin und Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störungen an der Charité, ein. In seiner wissenschaftlichen Arbeit geht er der Frage nach, wie unser Gehirn auf die permanenten Reize in der Stadt reagiert und ob uns sozialer Stadtstress krank machen kann. Dabei kommt er zu der Feststellung, dass Urbanisierung für unsere Gesundheit mindestens genauso relevant ist wie der Klimawandel. Der Forscher setzt sich für die Entwicklung einer Neurourbanistik, einen interdisziplinären Ansatz für Wissenschaft, Kultur und Politik ein, um neue Visionen für unsere Städte zu entwerfen. Denn PD Dr. Adli geht davon aus, dass Städte gut für uns sein können – wenn wir sie zu lebenswerten Orten machen.

Modellprojekt in Frankfurt
„In Frankfurt finden wir genau solche urbanen Bedingungen vor, die sich auf die psychische Gesundheit auswirken. Deswegen haben zahlreiche Akteure und Institutionen in der Stadt das Modellprojekt FraPPE ins Leben gerufen“, sagt Prof. Andreas Reif, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Frankfurt und Ausrichter der diesjährigen DGS-Herbsttagung. FraPPe steht für „Frankfurter Projekt zur Prävention von Suiziden mittels Evidenz-basierter Maßnahmen“ und wird vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell gefördert. Die Verantwortlichen stellen die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit ebenfalls auf der Tagung vor. So läuft seit April 2018 die Erhebung der Suizidversuche in den pflichtversorgenden psychiatrischen Kliniken der Stadt. Dort werden im Schnitt etwa 35 Suizidversuche pro Monat registriert. Schätzungen gehen aber von 150 Suizidversuchen monatlich alleine in Frankfurt aus – es werden also vermutlich nur knapp ein Viertel der Fälle psychiatrisch vorgestellt. Eines der Ziele des Programms ist es, diese Quote zu erhöhen und entsprechend häufiger und besser intervenieren zu können.
Ab September bietet FraPPe eine spezielle Schulung für Hausärzte an, damit sie in der Lage sind, gefährdete Personen zuverlässiger zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, wurden außerdem Plakate entworfen, die in den Wartezimmern ausgehängt werden können. Den geschulten Medizinerinnen und Medizinern wird ein kostenfreies „Medical“ zur Verfügung gestellt, das neben vielen Informationen und Kontaktadressen auch eine Patientenbroschüre enthält.
Auch für andere Akteure, zum Beispiel bei Feuerwehr und Rettungsdienst sowie in den Notaufnahmen der somatischen Krankenhäuser, sind Schulungen und Informationskampagnen geplant.
Um eine bessere Versorgung im Krisenfall zu gewährleisten, wurde eine zentrale Telefonnummer eingerichtet, unter der man rund um die Uhr eine der psychiatrischen Kliniken in Frankfurt erreicht: 069-630 13 113. „Diese und weitere Maßnahmen werden systematisch umgesetzt, weiterentwickelt und wissenschaftlich ausgewertet. Damit wollen wir die Suizidprävention zunächst in Frankfurt substanziell verbessern und dann die Erkenntnisse allen Standorten zur Verfügung stellen“, so Prof. Reif.








Allgemeine Informationen

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