Informationen zur Infektionsgefährdung im Krankenhaus

Infektionsschutz spielt im Krankenhaus eine besonders wichtige Rolle. Er dient sowohl den Beschäftigten als auch den Patienten. Gegen einige ernste Infektionskrankheiten gibt es wirksame und gut verträgliche Impfstoffe, die Ihnen vom Arbeitgeber durch den Betriebsärztlichen Dienst kostenlos angeboten werden, sofern Sie beruflich gefährdet sind. Infektionskrankheiten, gegen die nicht geimpft werden kann, erfordern andere Maßnahmen zur Infektionskontrolle (beachten Sie hierzu bitte die Anweisungen im Hygieneplan des Universitätsklinikums).
Infektionen können z. B. durch Stichverletzungen (siehe auch unsere Internet-Seite „Nadelstichverletzungen“) an gebrauchten Kanülen übertragen werden oder dadurch, dass infektiöses Patientenblut mit verletzter Haut oder Schleimhaut des Personals in Kontakt kommt (insbesondere Hepatitis B, Hepatitis C und HIV). Solche Kontakte müssen sofort dem D-Arzt (Unfallchirurgische Poliklinik) gemeldet werden, damit die Infektionsgefährdung im Einzelfall geprüft werden kann und gegebenenfalls die notwendigen Schutzmaßnahmen eingeleitet werden können. Auch zur Sicherung von Ansprüchen gegenüber der Berufsgenossenschaft sollten Sie an einer Meldung und Dokumentation einer Verletzung interessiert sein. Da man häufig den Patienten ihre Erkrankung und Infektiosität nicht ansieht, kann die Infektionsgefährdung durch Patienten nicht sicher eingeschätzt werden. Allein schon deshalb müssen bei jedem möglichen Kontakt mit Patientenblut und anderen potenziell infektiösen Körperflüssigkeiten medizinische Schutzhandschuhe getragen werden.

Überblick über die wichtigsten Infektionsgefahren im Krankenhaus:

Hepatitis B und Hepatitis C sind sehr ernst zu nehmende Erkrankungen mit oft chronischem Verlauf:
Die Hepatitis B-Infektion verläuft bei Erwachsenen in 5-10 % der Fälle chronisch und kann in 0,1- 1% zum Tod an fulminater Hepatitis führen.
Leberzirrhose und Leberkrebs können als Folge einer Infektion mit Hepatitis B auftreten.
Das Hepatitis B-Virus kann bereits durch kleinste Mengen Blut übertragen werden, z. B.: durch Stichverletzungen an benutzten Kanülen.
Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen mit direktem Patientenkontakt sollten gegenüber Hepatitis B immun sein. Als erfolgreich gilt eine Hepatitis B-Impfung, wenn 4-8 Wochen nach der dritten Impfung ein Anti-HBs-Wert von 100 IU/l erreicht wurde.
Bei den arbeitsmedizinischen Vorsorgen wird überprüft, ob ein sicherer Immunschutz gegenüber den impfpräventablen Erkrankungen besteht.

Die Hepatitis C-Infektion verläuft zunächst bei etwa 75% der Betroffenen ohne auffällige klinische Symptomatik oder geht nur mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen einher. Fulminate Verläufe sind sehr selten.
Ca. 50-85% der Infektionen gehen – ohne Behandlung - in chronische Erkrankungsformen über. Langfristig entwickelt sich bei ca. 20% der chronisch Infizierten ohne Behandlung eine Leberzirrhose. Die Zeitdauer von der Infektion bis zum Vollbild der Zirrhose beträgt meist 20-30 Jahre. Patienten mit HCV-induzierter Zirrhose haben ein hohes Risiko, ein Leberzellkarzinom zu entwickeln.
Das Infektionsrisiko durch Stichverletzungen mit HCV-kontaminierten Kanülen beträgt ca. 1% und ist deutlich geringer als bei der Hepatitis B (6-30%).
Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung. Ebenso existiert keine Postexpositionsprophylaxe. Durch eine frühzeitige Therapie können Chronifizierungen jedoch weitgehend vermieden werden

Die Hepatitis A verläuft nicht chronisch, kann aber bei Erwachsenen zu einer schweren Erkrankung führen (in 0,25 % tödlich). Infektionsgefahr besteht vor allem durch Kontakt mit infektiösem Stuhl, z.B. in der Endoskopie, auf gastroenterologischen und pädiatrischen Stationen, in Stuhllabors sowie im Klär- und Abwasserbereich. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist in diesen Bereichen zu em