Stellungnahmen/Leitlinien

  • Handreichung zum Vorgehen bei erwachsenen Patienten mit schwerster Hirnschädigung bei zu erwartendem Hirntod und Organspendewunsch [pdf]
  • Verzicht auf Wiederbelebung (VaW) [pdf]
  • Verzicht auf Wiederbelebung (VaW) - Erläuterungen zur Handreichung [pdf]
  • Vollmacht für den Aufgabenkreis der Gesundheitssorge und Pflegebedürftigkeit
  • Leitlinie zur Behandlung entlang des Patientenwillens (zusammen mit dem UCT)  [pdf]
  • Empfehlungen zum Vorgehen bei Entscheidung am Lebensende bzw. Entscheidung zur Therapiebegrenzung bei nichteinwilligungsfähigen Patienten
  • Stellungnahme zum Umgang mit einer Patientenverfügung
  • Empfehlung zur Etablierung von regelmäßigen Gruppengesprächen zwischen allen an der Therapie eines schwerstkranken Patienten Beteiligten unter Leitung eines professionellen Gruppenleiters
  • Arbeitsbogen für ein Entscheidungsverfahren zur IVF/ICSI bei Männern mit progredienten, potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen
  • Arbeitsbogen "Leitfaden zur Begründung einer Therapiebegrenzung in der Intensivmedizin"
  • Hilfe für eine Entscheidungsfindung in der Frage der Weiterführung einer Intensivbehandlung oder Einleitung einer palliativen, nur mehr leidensmindernden Therapie bei schwerkranken Neugeborenen
  • Stellungnahme des Klinischen Ethik-Komitees zur Frage der Organentnahme bei einem anencephalen lebend geborenen Kind

 

Vollmacht für den Aufgabenkreis der Gesundheitssorge und Pflegebedürftigkeit [pdf](Achtung: Die vorliegende Vorsorgevollmacht ist speziell für die Belange der Klinik entwickelt. Der Aufgabenkreis "Vermögenssorge" ist nicht enthalten!)
Erläuterndes Papier für Ärzte [pdf]
Erläuterndes Papier für Patienten, Angehörige und Bevollmächtigte [pdf]

Hinweis zur Urheberschaft: Die Papiere sind für den individuellen Gebrauch frei verwendbar. Grundsätzlich können sie auch außerhalb des Universitätsklinikums eingesetzt werden – entweder im Original oder unter Nennung der Quelle. In diesem Fall bitten wir darum, die Geschäftsführung des KEK zu informieren (b.wolf-braun@em.uni-frankfurt.de). Rückmeldungen sind ebenfalls willkommen.

 

 

Leitlinie zur Behandlung entlang des Patientenwillens (zusammen mit dem UCT) [PDF].

Empfehlungen zum Vorgehen bei Entscheidung am Lebensende bzw. Entscheidung zur Therapiebegrenzung bei nichteinwilligungsfähigen Patienten
Als pdf-Datei zum Herunterladen: [pdf-Datei]

Entscheidungen am Lebensende bzw. Entscheidungen zur Therapiebegrenzung gehören zu den schwierigsten medizinischen Aufgaben.
Priorität hat für uns der Patientenwille.
Vor einer Therapieänderung wird empfohlen, die folgenden Punkte zu prüfen:

  1. Ist der mutmaßliche Patientenwille bekannt bzw. existiert eine Patientenverfügung?
  2. Gibt es einen Betreuer oder einen Vorsorgebevollmächtigten?
  3. Hat eine interdisziplinäre Besprechung über die Prognose mit Therapie, ohne (kurative) Therapie und langfristige Aussichten stattgefunden und sind diese Alternativen den Angehörigen dargestellt worden?
  4. Besteht berufsgruppenübergreifender Teamkonsens?
  5. Hat ein Gespräch mit Angehörigen stattgefunden?
  6. Wie ist die Einstellung der Angehörigen?
  7. Besteht Bedarf an einer Ethikberatung?
  8. Ist ein Angebot der seelsorgerischen Begleitung erfolgt?
  9. Ist ein Angebot für psychosoziale Betreuung erfolgt?
  10. Ist ein Angebot für palliativmedizinische Begleitung erfolgt?

Die allen Ärzten bekannten "Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung" werden selbstverständlich beachtet.


Stellungnahme zum Umgang mit einer Patientenverfügung
Als pdf-Datei zum Herunterladen: [pdf-Datei]
Die enormen Fortschritte und vielfältigen therapeutischen Maßnahmen der modernen Medizin haben dazu geführt, dass Menschen am Leben erhalten werden können, deren Leben in früheren Zeiten hätte aufgegeben werden müssen. Diese segensreiche Entwicklung hat jedoch auch Ängste vor einem Ausgeliefertsein an die Möglichkeiten der Medizin und die Gefahr einer sinnlosen Leidensverlängerung hervorgerufen. Menschen dürfen nicht am Sterben gehindert werden. Die Begleitung des Sterbenden gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Ärztin und eines Arztes. Alle Mitglieder des Behandlungsteams sind verpflichtet, ein würdiges Sterben zu ermöglichen und sinnloses Leiden zu verhindern. In einer Gesellschaft mit einer hohen Wertevielfalt und sehr unterschiedlichen individuellen Lebensentwürfen ist es deshalb von besonderer Bedeutung, Wertentscheidungen eines Patienten für eine Zeit, in der er selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist, zu kennen und zu respektieren. Jeder Patient hat ein Recht auf Selbstbestimmung, und gerade in den schwächsten und gefährdetsten Momenten des Lebens kommt der Autonomie ein besonderer Wert zu.

Daher ist es in oftmals sehr schweren Entscheidungsprozessen am Lebensende eines Kranken für alle Beteiligten eine erhebliche Unterstützung, mithilfe einer Vorausverfügung (Vorsorgevollmacht und/oder Patientenverfügung) zu wissen, welche Behandlungsgrenzen der Patient selbst gesetzt hat. Ärztinnen und Ärzte müssen deshalb im Vorfeld von schwerwiegenden Eingriffen bzw. diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen mit ihren Patienten auch über die Möglichkeit einer Vorausverfügung sprechen. Ein solches Gespräch kann Missverständnisse ausräumen und das Vertrauen des Patienten stärken, dass der Arzt alles für ihn tun wird, was seinem Wohl dient, ihn aber nicht gegen seinen Willen medizinischen Maßnahmen aussetzt. Der Arzt darf dem Patienten auch nicht seine persönlichen Überzeugungen aufdrängen. Dazu bedarf es einer ärztlichen Haltung, die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung zeigt, die Fürsorglichkeit, Empathie und Mitgefühl, Respekt und Toleranz erkennen lässt.

Auch wenn der Patient nicht mehr einwilligungsfähig ist, ist es eine unverzichtbare ärztliche und pflegerische Aufgabe, immer wieder nachzuprüfen, ob seine Einwilligung in die vorgesehenen Maßnahmen noch gegeben ist. Nicht das Aufhören, sondern das Weitermachen bedarf der moralischen wie rechtlichen Rechtfertigung. Wenn eine Patientenverfügung keinen Zweifel am Willen des Patienten offen lässt, ist der niedergelegte Wille völlig unabhängig von therapeutischen Optionen oder der „Vernünftigkeit“ von Vorausentscheidungen verbindlich. Für den Vertreter (Betreuer, Bevollmächtigen) des Patien