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Präparat 87: Schilddrüse (Glandula thyroidea), H.-E.

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Schilddrüsenfollikel

für den Feinbau der Schilddrüse charakteristische Strukturen unterschiedlicher Größe und Form. Ihre Begrenzung wird von einem einschichtigen, funktionsabhängig unterschiedlich hohen Epithel gebildet, das ein homogenes eosinophiles oder basophiles Kolloid umschließt. Die Epithelzellen bilden einen Thyreoglobulin-Hormonkomplex, der im Kolloid gespeichert wird und durch Endozytose von den Epithelzellen wieder aufgenommen werden kann. Die Hormone werden in Lysosomen der Thyrozyten vom Hormon-Thyroglobulin-Komplex abgespalten und in die Blutbahn abgegeben.

Follikelepithelzellen, Glandula thyroidea

Thyrozyt; Follikelepithelzellen begrenzen die Schilddrüsenfollikel in Form eines einschichtigen Epithels, dessen Höhe in Abhängigkeit von der Funktion schwankt. In der Sekretionsphase bilden die Follikelepithelzellen Thyroglobulin und geben es ins Follikellumen ab; parallel nehmen sie Jodid aus dem Blut auf, das zu J2 oxidiert wird und an der apikalen Zellmembran zur Jodierung der Tyrosinreste des Thyroglobulins dient. In der Speicherungsphase flacht das Epithel ab. Das Kolloid wird durch Wasseresorption eingedickt. In der Reabsorptionsphase nehmen die Follikelepithelzellen den Hormon-Thyroglobulinkomplex durch Endozytose auf. Nach Fusion der endozytotischen Bläschen mit Lysosomen werden Thyroxin und Trijodthyronin proteolytisch vom Thyroglobulin abgespalten und durch die basale Zellmembran ins Blut abgegeben.

Die die Follikel begrenzenden Epithelzellen besitzen ein helles bis leicht azidophiles Zytoplasma, einen nahezu runden, dunkel gefärbten Kern mit deutlichem Nukleolus. Je nach Aktivitäts- und Füllungszustand des Follikels können isoprismatische oder hochprismatische Zellen beobachtet werden.