Voriges Präparat Index Nächstes Präparat   [a] [b]
 

Präparat 11: Univakuoläres Fettgewebe, Schnittpräparat, H.-E.

[Bild]
Paraffinschnitt

Die Einbettung eines Präparates in Paraffin stellt die Routinemethode zur Herstellung von histologischen Schnittpräparaten dar.

Gitterfasern

sind retikuläre Fasern. Die Bezeichnung ist darauf zurückzuführen, dass retikuläre Fasern "Gitter" bilden können, z. B. um Adipozyten, Nervenfasern (als Teil des Endoneuriums) und Skelettmuskelfasern (als Teil des Endomysiums).

Kollagenfasern

lassen sich mit histologischen Routinefärbungen im Lichtmikroskop darstellen. Sie setzen sich aus parallel angeordneten Kollagenfibrillen zusammen, die nur im Elektronenmikroskop erkennbar sind. Vorstufen des Kollagens (Prokollagen) werden von Fibroblasten synthetisiert und über Exozytose sezerniert. Die Bildung der Kollagenfibrillen erfolgt erst extrazellulär durch Abspaltung von Propeptiden und anschließender Quervernetzung. Kollagenfasern sind Bestandteil der Extrazellulärmatrix, ihre Anzahl und Anordnung bestimmt die Beschaffenheit des Bindegebewebes: Straffes Bindegewebe (z. B. in der Sehne) enthält zahlreiche, parallel angeordnete Kollagenfasern. Im lockeren Bindegewebe sind die Kollagenfasern weniger dicht und haben keine Vorzugsrichtung.

Elastische Fasern

sind aus Elastin zusammengesetzt, kommen im lockeren Bindegewebe vor und sind besonders dicht gelagert in der Membrana elastica interna und externa der Arterien und Venen sowie im Lig. flavum, das die Wirbelbögen verbindet. Elastische Fasern werden nur durch Spezialfärbungen (z. B. Resorcin-Fuchsin) dargestellt.

Univakuoläre Fettzellen

Adipozyten; bilden das weiße Fettgewebe. Jede Fettzelle enthält einen einzigen großen membranlosen Fetttropfen. Wird das Gewebe für histologische Routineuntersuchungen in Paraffin eingebettet, löst sich das Fett aus diesem Tropfen und es entsteht eine einzige, große Fettvakuole. Zellkern und Zytoplasma werden durch den Fetttropfen an den Zellrand gedrängt, es entsteht das Bild der Siegelringform der Fettzelle.

Fettgewebe besteht aus spezifischen Zellen, Adipozyten (Fettzellen), die in lockeres Bindegewebe eingelagert sind. Fettgewebe ist gut durchblutet, es finden sich deshalb viele Anschnitte von Kapillaren. Der hier gezeigte Schnitt stammt von Gewebe, das in Paraffin eingebettet wurde. Hierdurch lösen sich die in einem oder mehreren Fetttropfen liegenden Fette aus den Adipozyten; in den Fettzellen bilden sich daher leer erscheinende Fettvakuolen. Nach Anzahl dieser Vakuolen, unterscheiden wir histologisch uni- und plurivakuoläres Fettgewebe. Univakuoläres Fettgewebe erscheint makroskopisch weiß und wird daher auch als weißes Fettgewebe bezeichnet. Adipozyten sind von Gitterfasern (retikulären Fasern, hier nicht gefärbt) umsponnen. Neben diesen kommen kollagene und elastische Fasern im bindewebigen Grundgerüst vor. Einzelne Fettzellen oder kleine Gruppen univakuolärer Fettzellen können überall im interstitiellen Bindegewebe vorkommen.