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Präparat 61: Leber (Affe), Blutgefäße, Sinusoide, Tuscheinjektion

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Arteria hepatica

dem Truncus coeliacus entstammende Leberarterie, die im Ligamentum hepatoduodenale die Leberpforte erreicht. Als vas privatum der Leber versorgt sie diese mit Sauerstoff, ihre Äste verlaufen mit denen der V. portae hepatis.

V. portae

Pfortader; Vas publicum, das hinter dem Caput pancreatis durch den Zusammenfluß von V. splenica und V. mesenterica superior entsteht und im Ligamentum hepatoduodenale zur Leberpforte zieht. Hier teilt sich die Pfortader in einen Ramus dexter und einen Ramus sinister, die sich weiteraufgabeln und schließlich zu den Vv. interlobulares werden. Die V. portae führt der Leber das nährstoffreiche Blut der unpaaren Bauchorgane zu.

Lebersinusoide

erweiterte Kapillaren zwischen den Leberbälkchen. In sie münden Äste der Vv. interlobulares und Äste der Aa. interlobulares, so dass sie Mischblut enthalten, das sowohl nährstoff- als auch sauerstoffreich ist. Die radiär angeordneten Sinusoide sind ca. 0,5 mm lang, ihr Lumen variiert zwischen 5-16 µm. Sie werden von einem dünnen und lückenhaften Endothel ausgekleidet, das keine Basallamina besitzt. Die Lebersinusoide grenzen nicht unmittelbar an die Hepatozyten, zwischen ihnen und den Leberzellbälkchen liegt ein perikapillärer (perisinusoider) Raum, der Disse-Raum. Mit den Lebersinusoiden sind die phagozytierenden Kupffer-Zellen und die Vitamin-A speichernden Sternzellen (Ito-Zellen) und leberspezifische Lymphozyten (Pit-Zellen) assoziiert.

Leberläppchen

architektonische Baueinheit der Leber, die Unterteilung ist auf die Anordnung der Gefäße zurückzuführen. Je nach Betrachtungsweise lassen sich drei Einteilungen vornehmen: -Lobulus hepatis (klassisches Leberläppchen), -Portales Läppchen, und -Leberazinus.

Hepatozyten

polyedrische Zellen, die einen oder zwei locker strukturierte Zellkerne mit deutlichem Nukleolus aufweisen. Das Zytoplasma enthält zahlreiche Mitochondrien vom Kristatyp, viel glattes und schollenförmig angeordnetes raues endoplasmatisches Retikulum und schollige Glykogenablagerungen. Die Leberzellen stehen untereinander durch Nexus, Desmosomen und tight junctions in Verbindung und sind in Leberzellbälkchen (Leberbälkchen) radiär auf die Vv. centrales hin ausgerichtet. Zwischen den Leberzellbälkchen liegen die Lebersinusoide. Hepatozyten sind funktionell sehr vielseitig, die wichtigsten von ihnen produzierten Substanzen sind Galle und Plasmaproteine (Albumin, Globuline, Enzyme und an der Blutgerinnung beteiligte Proteine).

Zur Darstellung des Blutgefäßsystems wurden Arteria hepatica und Vena portae mit Tusche injiziert. Da beide Gefäße in die Lebersinusoide drainieren, sind diese ebenfalls mit Tusche gefüllt und ihr Verlauf innerhalb der Leberläppchen lässt sich gut verfolgen. Die durch Tuschefüllung schwarz erscheinenden Lebersinusoide liegen zwischen den rot angefärbten Hepatozyten, die sich zu Leberzellbalken ("Leberbälkchen") formieren.