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Präparat 27: Multipolare Nervenzellen, Grenzstrangganglion (Rind), Cajal-Versilberung

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Perikaryon

Zellkörper einer Nervenzelle (Neuron), auch Soma (griechisch: Körper, Leib) genannt. Im eigentlichen Wortsinn ist Perikaryon der Teil des Zellkörpers, der den Zellkern umgibt und das Zytoplasma enthält (griech.: peri - um, darum herum; karyos - Kern)

Nervenzelle

Neuron; vom Zellleib (Perikaryon) der Nervenzellen gehen unterschiedliche Fortsätze ab: Dendriten, die der Nervenzelle Informationen von anderen Nervenzellen vermitteln und ein Axon, das die Erregung der Nervenzelle an Zielzellen (andere Nervenzellen, Muskulatur, Drüsenzellen) vermittelt. Nach Anzahl und Art ihrer Fortsätze lassen sich multipolare, bipolare oder pseudounipolare Neurone unterscheiden. Bei multipolaren Neurone gehen mehrere Dendriten und ein Axon vom Perikaryon ab, bipolare Neurone haben neben dem Axon nur einen Dendritenstamm. Ein Sonderfall sind die pseudounipolaren Nervenzellen, die z. B. im Spinalganglion vorkommen. Hier entspringt vom Perikaryon nur ein einziger Fortsatz, der sich kurz nach Abgang vom Perikaryon in einen peripheren und einen zentralen Fortsatz aufzeigt. Nach Funktion und Ultrastruktur sind die peripheren und zentralen Fortsätze der pseudounipolaren Nervenzellen Axone.

Axon

der efferenten Erregungsleitung dienender Fortsatz der Nervenzelle. Die Erregung der Nervenzelle wird in Form von Aktionspotentialen weitergeleitet. Jede Nervenzelle besitzt nur ein Axon, in dessen Verlauf allerdings Kollateralen abzweigen können. In der Zielregion kann sich das Axon mehrfach verzweigen (Telodendron) und mit mehreren nachgeschalteten Nervenzellen Synapsen bilden.

Schwann-Zelle

der Neuralleiste entstammender Zelltyp, der die Myelinscheide der peripheren Nerven bildet.

Gliazellen

Zellen des Nervensystems, die mechanische und metabolische Aufgaben erfüllen und essentielle Partner der Nervenzellen sind. Im Zentralnervensystem sind zu unterscheiden: Astrozyten, Tanyzyten, Ependymzellen, Plexusepithelzellen, Oligodendrozyten und Mikroglia. Die Mikroglia entwickelt sich nicht - wie alle anderen Gliazelltypen - aus dem Neuralrohr (Ektoderm), sondern wächst aus dem Mesenchym in die Anlage des Nervensystems ein.

Endoneurium

zarte, bindegewebige Hülle einer einzelnen Nervenfasern mit kollagenen und retikulären Fasern, die von der Nervenfaser durch eine Basallamina getrennt ist. Das Endoneurium enthält Blut- und Lymphkapillaren.

Dendriten

der Signalaufnahme dienende, baumartig verzweigte Fortsätze einer Nervenzelle, die im Gegensatz zum Axon raues endoplasmatisches Retikulum enthalten und nicht von einer Markscheide umhüllt sind.

In hoher Vergrößerung werden unterschiedlich große, gelb/braun gefärbte Perikaryen sichtbar, bei einigen ist der Kern angeschnitten und als aufgehellter Bezirk im Perikaryon erkennbar. Die Nervenzellen sind in von einem dichten Geflecht von neurofibrillenreichen, schwarz/braun gefärbten Axonen umgeben, die teils längs, teils quer angeschnitten sind und häufig zu Bündeln zusammengefasst sind. Diese Bündel werden auch als Nervenfaserbündel bezeichnet. Anmerkung zur Nomenklatur: der Begriff Nervenfaser umfaßt das Axon (hier schwarz gefärbt) und seine Hülle aus Schwann-Zellen (Gliazellen) und das Endoneurium (beides hier nicht gefärbt), vgl. Präparat 29, 30). Von einigen Perikaryen gehen wesentlich größere Fortsätze ab, die deutlich weniger Neurofibrillen enthalten als die Axone und die den gleichen Farbton wie die Perikaryen haben. Hierbei handelt es sich um die Dendriten.