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Präparat 29: Peripherer Nerv, Masson-Goldner

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Kollagenfasern

lassen sich mit histologischen Routinefärbungen im Lichtmikroskop darstellen. Sie setzen sich aus parallel angeordneten Kollagenfibrillen zusammen, die nur im Elektronenmikroskop erkennbar sind. Vorstufen des Kollagens (Prokollagen) werden von Fibroblasten synthetisiert und über Exozytose sezerniert. Die Bildung der Kollagenfibrillen erfolgt erst extrazellulär durch Abspaltung von Propeptiden und anschließender Quervernetzung. Kollagenfasern sind Bestandteil der Extrazellulärmatrix, ihre Anzahl und Anordnung bestimmt die Beschaffenheit des Bindegebewebes: Straffes Bindegewebe (z. B. in der Sehne) enthält zahlreiche, parallel angeordnete Kollagenfasern. Im lockeren Bindegewebe sind die Kollagenfasern weniger dicht und haben keine Vorzugsrichtung.

Fibrozyten

ortsständige, spindelförmige Bindegewebszellen mit verzweigten Fortsätzen. Diese Zellen synthetisieren alle Substanzen der Extrazellulärmatrix des Bindegewebes. Fibroblasten haben eine hohe Syntheseleistung, ihr Zellkern ist reich an Euchromatin und erscheint in der histologischen Färbung hell. Fibrozyten sind weniger aktiv, ihr Zellkern ist Heterochromatin reich und ist deshalb kräftiger gefärbt.

Myelinisierte Nervenfasern

von einer Markscheide eingehüllte Axone. Die Markscheide wird im ZNS durch Oligodendrozyten und im peripheren Nervensystem durch Schwann- Zellen gebildet und hüllt Axone ein. Axone und diese Hülle bilden eine Nervenfaser. Je nach Dicke der Markscheide kann man markreiche und markarme Nervenfasern unterscheiden. Ist keine Markscheide ausgebildet, liegen marklose Nervenfasern vor.

Myelinisierte Nervenfasern

von einer Markscheide eingehüllte Axone. Die Markscheide wird im ZNS durch Oligodendrozyten und im peripheren Nervensystem durch Schwann- Zellen gebildet und hüllt Axone ein. Axone und diese Hülle bilden eine Nervenfaser. Je nach Dicke der Markscheide kann man markreiche und markarme Nervenfasern unterscheiden. Ist keine Markscheide ausgebildet, liegen marklose Nervenfasern vor.

Axon

der efferenten Erregungsleitung dienender Fortsatz der Nervenzelle. Die Erregung der Nervenzelle wird in Form von Aktionspotentialen weitergeleitet. Jede Nervenzelle besitzt nur ein Axon, in dessen Verlauf allerdings Kollateralen abzweigen können. In der Zielregion kann sich das Axon mehrfach verzweigen (Telodendron) und mit mehreren nachgeschalteten Nervenzellen Synapsen bilden.

Myelin

Bestandteil der Markscheide, die das Axon umhüllt und im ZNS von Oligodendrozyten und im peripheren Nervensystem von Schwann- Zellen gebildet wird.

Schwann-Zelle

der Neuralleiste entstammender Zelltyp, der die Myelinscheide der peripheren Nerven bildet.

Das Präparat zeigt das charakterische Bild von Nervenfasern im Paraffinschnitt in höherer Vergrößerung.

Zur Wiederholung:

Die einzelnen Nervenfasern sind vom Endoneurium umgeben, in dem zarte, grün gefärbte Kollagenfasern und gelegentlich Zellkerne von Fibrozyten zu erkennen sind. Im Zentrum einer myelinisierten Nervenfaser erkennt man das stark geschrumpfte Axon, das sich rundliche, hier rötlich gefärbte Struktur darstellt. Präparationsbedingt sind die Axone aus einigen Nervenfasern herausgelöst. Da die Lipide des Myelins durch Paraffineinbettung ausgewaschen werden, bleiben von der Markscheide nur Reste zurück und um das Axon entsteht ein heller Hof, in dem teilweise fädiges Material, der Proteinanteil der Markscheide, liegt. Bei einigen Nervenfasern ist der Kern einer Schwann-Zelle zu erkennen.